The Book That Can’t Be Read

Samstag, 22. September 2012 1:59

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Hochauflösende Bilder vom Manuskript

Dienstag, 5. Juli 2011 15:23

Wer hochauflösende Bilder vom Voynich-Manuskript betrachten möchte, aber mit dem Angebot der Beinecke-Bibliothek nicht zufrieden ist, sollte sich einmal den Voynich Manuskript Voyager von Jason Davis anschauen.

Besonders erfreulich ist es, dass sich dort Vergrößerungsstufe und Ausschnitt bequem verlinken lassen. Das ist großartig!

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Leseempfehlung (englisch)

Montag, 13. Juni 2011 1:57

Es ist besonders interessant, dass selten vorkommende Zeichen vermehrt am Ende der Zeile und häufiger vorkommende Zeichen vermehrt am Zeilenanfang auftreten.

Wer sich für das „verdammte Manuskript“ interessiert und etwas Englisch kann (und sich nicht an einem trockenen, faktenbasierten Text stört), sollte unbedingt die Arbeit von Sravana Reddy und Kevin Knight „What We Know About The Voynich Manuscript“ lesen. Auch ich habe darin einige Beobachtungen gefunden, die mir neu waren.

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Das McCrone-Gutachten ist online

Donnerstag, 2. Juni 2011 2:47

Die chemische Analyse der im Voynich-Manuskripte verwendeten Tinte(n) durch das McCrone-Institut (im Auftrag des ORF für die Dokumentation, die 2009 gesendet wurde) ist jetzt veröffentlicht – und wenn nicht Nick Pelling in seinem Blog darauf hingewiesen hätte, denn hätte ich es gar nicht mitbekommen. Das achtseitige Dokument steht auf der Voynich-Seite der Beinecke-Bibliothek als PDF für interessierte Leser zur Verfügung. Leider hat die Beinecke-Bibliothek eine reine Textversion veröffentlicht, und die im Text erwähnten Abbildungen – unter anderem eine aus meiner Sicht hochinteressante Ultraviolett-Aufnahme der Seite f1r, die auch einige bislang ungesehene Features offenbart hat – sind nicht Bestandteil der Veröffentlichung. Das ist schade und ich hoffe sehr, dass diese Bestandteile der Analyse demnächst nachgereicht werden.

Zum Glück ist Englisch viel leichter zu lesen als der Text des „verdammten Manuskriptes“, aber für jene, die nur eine kurze Zusammenfassung ohne die „blutigen Details“ haben möchten, seien hier sehr kurz einige Punkte aufgeführt:

Tinte – Für den Text und den Umriss der Illustrationen wurde mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die gleiche Tinte verwendet.

Seitennummerierung – Wer sich schon etwas eingehender mit den hochauflösenden Bildern des Manuskriptes beschäftigt hat, wird nicht überrascht sein, dass bei der Nummerierung der Seiten eine andere Tinte verwendet wurde.

Die Nummerierung der Buchbündel, die schließlich zum Codex gebunden wurden, ist in einer dritten Tinte ausgeführt.

Das lateinische Alphabet auf Seite f1r wurde mit einer vierten Tinte geschrieben.

Darüber hinaus wurde auch die Zusammensetzung der Farben untersucht.

Kurze Interpretation

Ich bin nicht besonders überrascht. Dass die Nummerierung der Seiten mit einer anderen Tinte als der „Text“ des Manuskriptes geschrieben wurde, zeigte sich bereits in der deutlich anderen Farbe – für mich sah die Seitennummerierung immer nach einer späteren Hinzufügung aus. Für diese Annahme gibt es jetzt auch ein hartes Indiz. Das bedeutet unter anderem, dass die heute vorliegende Reihenfolge der Seiten nicht unbedingt den Absichten des Autors oder der Autoren entsprechen muss. Schlussfolgerungen aus der Reihenfolge der Seite stehen also auf schwachen Füßen.

Die Beobachtung von J. B. Hurych, dass die Form der Ziffern Ähnlichkeiten zur Handschrift der Glyphen im „Text“ des Manuskriptes aufweist, scheint auf diesem Hintergrund nicht mehr ein so sicheres Indiz dafür zu sein, dass diese Nummerierung vom Autor vorgenommen wurde. Allerdings spricht nichts dagegen, dass sie dennoch viele Jahre später vom Autor hinzugefügt wurde, vielleicht auch, weil das Buch gebunden oder neu gebunden werden sollte.

Dass die einzelnen Buchbündel von den Buchbindern nummeriert wurden, überrascht nicht. Es handelt sich um eine eher „technische“ Angabe. Und das stark verblichene, ausradierte lateinische Alphabet auf der ersten Seite machte schon immer den starken Eindruck, ein Überbleibsel eines früheren Entzifferungsversuchs zu sein und nicht vom Autor zu stammen. Dies deckt sich auch mit den Schlüssen Jorge Stolfis aus dem Jahr 1999 (hui, 5 Uhr morgens, das klingt nach einer langen Nacht).

Also alles in allem nichts Neues…

Gestützt wird von dieser Analyse, dass das Voynich-Manuskript eine „Geschichte“ hat, was der Annahme einer modernen Fälschung (etwa durch Wilfrid Voynich auf der Grundlage alten Pergamentes) widerspricht. Dies war jedoch auch vorher (den meisten Untersuchern) klar.

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Glyphenhäufigkeit pro Seite

Samstag, 7. Mai 2011 22:51

In einer Mail wurde ich mit einer sehr einfachen Frage konfrontiert: Wie sieht es mit einer Betrachtung der Glyphenhäufigkeit für die einzelnen Seiten des Manuskriptes aus?

Es sind manchmal die einfachen Fragen, die sich zwar relativ leicht beantworten lassen, an die ich selbst aber noch nie gedacht habe. Das habe ich für alle Freunde der nummerischen Auswertung gern nachgeholt. Die Ergebnisse dieser Auswertung und das dafür verwendete Skript stelle ich hier zum freien Download zur Verfügung, damit sich niemand noch einmal diese Mühe machen muss.

Das ZIP-Archiv enthält zwei Dateien.

  1. gcount.pl ist das Perl-Skript, mit dem ich die Ergebnisse erhalten habe, und
  2. gcount.txt ist das Ergebnis der Zählung für die vollständige Transkription von Takeshi Takahashi in der von Jorge Stolfi normalisierten Form
  3. .

Das Ergebnis ist eine einfache Textdatei. Die Zeilenenden sind nach Unix-Konvention markiert. Jede Zeile enthält drei durch Tabulatorzeichen getrennte Felder, nämlich

  1. die F-Nummer der Seite,
  2. die gezählte Glyphe und
  3. die Häufigkeit dieser Glyphe auf der Seite.

Leerzeichen erscheinen als Punkte, und unlesbare Glyphen sowie Weirdos als Asterisk. Die Auswertungen für die einzelnen Seiten sind nach Häufigkeit der Glyphen absteigend sortiert. Am Ende erscheint eine Seitenbezeichnung „total“, welche die Häufigkeiten für das gesamte Manuskript wiedergibt.

Das Skript sollte sich problemlos auf andere Transkriptionen anwenden lassen, so lange sie aus einem Lokator in spitzen Klammern bestehen, der die mit einem Punkt beendete F-Nummer enthält und von einer beliebigen Menge Leerzeichen (auch Null) vom Text getrennt ist; es entfernt allerdings keine in die Zeile eingebetteten Kommentare in geschweiften Klammern. Das Skript kann aus der Standardeingabe lesen, es ist aber auch möglich, beliebig viele Dateinamen als Parameter zu übergeben. Die Ausgabe sollte sich in jede Tabellenkalkulation importieren lassen und leicht weiterzuverarbeiten sein.

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