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	<title>Das Voynich-Blog</title>
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	<description>Begegnungen mit dem Voynich-Manuskript</description>
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		<title>Warum es hier (momentan) so still ist</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 14:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo ein Ausblick zu schreiben w&#228;re, habe ich zurzeit vor allem einen R&#252;ckblick.
Ich gestehe offen ein, dass mich das Ergebnis der Datierung des Pergamentes &#252;berrascht hat, und dass ich ebenso davon &#252;berrascht wurde, dass die Tinte &#8222;nicht lange&#8220; nach der Herstellung des Pergamentes aufgetragen wurde &#8212; wobei ich mir gerade in diesem Punkte ein wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo ein Ausblick zu schreiben w&#228;re, habe ich zurzeit vor allem einen R&#252;ckblick.</p>
<p>Ich gestehe offen ein, dass mich das Ergebnis der Datierung des Pergamentes &#252;berrascht hat, und dass ich ebenso davon &#252;berrascht wurde, dass die Tinte &#8222;nicht lange&#8220; nach der Herstellung des Pergamentes aufgetragen wurde &#8212; wobei ich mir gerade in diesem Punkte ein wenig mehr Information w&#252;nschte. Aber es ist ja keine zerst&#246;rungsfreie Messung, und das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; hat jetzt umso deutlicher belegt, dass es zumindest als Artefakt des sp&#228;ten Mittelalters <em>echt</em> ist und darin auch einen erheblichen Wert allein dadurch hat, dass es nicht in die allgemeinen Vorstellungen von diesem Zeitalter passen will &#8212; weder in der angewendeten, noch heute r&#228;tselhaften Kryptografie, noch in der seltsamen <em>psychologischen Qualit&#228;t</em> seiner fl&#252;chtigen Illustrationen.</p>
<p>Als ich vor vielen Jahren damit begann, mich ernsthaft mit dem Voynich-Manuskript zu besch&#228;ftigen, ging ich zun&#228;chst davon aus, dass es <em>echt</em> ist &#8212; also keine moderne, aus gesch&#228;ftlichen Interesse angefertigte F&#228;lschung ist &#8212; und dass es <em>alt</em> ist, dass es sp&#228;testens im sechzehnten Jahrhundert verfasst wurde. Die in diesem verschl&#252;sselten Dokument liegende Aufgabe einer Entschl&#252;sselung hielt ich in der begeisterten Naivit&#228;t eines Neulinges f&#252;r eine leichte, und ich erwartete davon auch keinen besonderen Aufschluss &#252;ber das Mittelalter, also keinen bemerkenswerten Text, der, erst einmal gelesen, wegen seines Inhaltes dazu f&#252;hrt, dass gro&#223;e historische Erkenntnisse in die Geschichtsb&#252;cher aufgenommen werden m&#252;ssten. Nein, ich erwartete &#8212; vor allem wegen der fremdartigen, au&#223;erweltlichen Darstellungen &#8212; so etwas wie einen &#8222;Esoterik-Schinken&#8220; des Mittelalters, geschrieben in relativ schwach verschl&#252;sselter Sprache, deren Strukturen noch in den &#8222;Wortformen&#8220; durch den &#8222;Text&#8220; hindurchdringen.</p>
<p>Im Laufe der Jahre wurde ich mir &#8212; mit zunehmenden Wissen &#252;ber die Tats&#228;chlichkeit des Manuskriptes &#8212; &#252;ber meine anf&#228;nglichen Annahmen immer unsicherer.</p>
<p>Als ein Mensch, der wei&#223;, Computer zu benutzen, st&#252;rzte ich mich zun&#228;chst in die verf&#252;gbaren Transkriptionen, um an ihnen recht gew&#246;hnliche Untersuchungen vorzunehmen. Dabei fand ich heraus, wie <em>seltsam und fremdartig</em> in diesem Manuskript nicht nur die Illustrationen, sondern auch die &#8222;Texte&#8220; sind. Der auff&#228;llig europ&#228;ische Charakter der Illustrationen passte nicht zu einer &#8222;sprachlichen&#8220; Struktur, die sich mit keiner in Europa gesprochenen Sprache in &#220;bereinstimmung bringen l&#228;sst. Aus dieser Beobachtung heraus musste ich meine ersten Hypothesen, die &#252;ber die angenehme Eingeschaft der &#220;berpr&#252;fbarkeit verf&#252;gten, verwerfen und immer mehr durch nur schwierig &#252;berpr&#252;fbare Hypothesen ersetzen. Ich versank &#8212; wie so viele vor mir &#8212; in einem schl&#252;pfrigen Sumpf der Spekulation und der zus&#228;tzlichen Annahmen. Zus&#228;tzliche Daten brachten nicht etwa zus&#228;tzliche Klarheit, sondern machten das R&#228;tsel nur gr&#246;&#223;er, unfassbarer, entmutigender. Das scheinbare Alter des Manuskriptes erschien mir im Spiegel des zunehmenden Wissens immer weniger glaubw&#252;rdig, und die M&#246;glichkeit einer kunstvollen F&#228;lschung durch einen sp&#228;teren Betr&#252;ger und Gesch&#228;ftemacher dr&#228;ngte sich immer mehr auf. Auch, wenn ich dies selten explizit erw&#228;hnte, l&#228;sst sich der gesamte Prozess in diesem Blog verfolgen.</p>
<p>Mit der jetzt <em>endlich</em> vorliegenden, sicheren Datierung des Voynich-Manuskriptes hat dieser Prozess eine weitere Stufe erreicht. Das Manuskript ist <em>wirklich so alt, wie es mir auf dem ersten Blick erschien</em>, und es <em>wirklich so seltsam, wie es dem Betrachter entgegentritt</em>.</p>
<p>Nun, das ist jetzt immerhin eine bekannte Tatsache. Wie jede Tatsache steht sie mit ihrer gebieterischen Existenz vor uns und wir sind damit geplagt, uns einen Reim darauf zu machen.</p>
<p>Und ja, es h&#228;tte schlimmer kommen k&#246;nnen! Der zweifelsfreie Beleg, dass es sich beim Voynich-Manuskript um eine moderne F&#228;lschung handele, h&#228;tte bei mir durchaus eine gewisse <em>Erl&#246;sung</em> verursacht, aber er h&#228;tte auch bedeutet, dass Jahre der geistigen Auseinandersetzung mit diesem &#8222;verdammten Manuskript&#8220; nichts als vergeudete Energie gewesen w&#228;ren. Aber so viel steht zumindest fest: Es hat sich in den ganzen Jahren niemand an einem kunstvollen Schwindel abgearbeitet, das Manuskript ist als authentisches Relikt des Mittelalters ein gro&#223;es und beachtliches R&#228;tsel, das danach schreit, in irgendeiner (hoffentlich nachvollziehbaren) Weise verstanden und interpretiert zu werden.</p>
<p>Insbesondere erhalten alle bislang erk&#228;mpften Ergebnisse in diesem Bem&#252;hen ihre G&#252;ltigkeit. Einige von ihnen sind <em>so seltsam</em>, dass sie eigentlich auch einen Hinweis auf die <em>wirkliche</em> Natur des Manuskriptes geben m&#252;ssten:</p>
<ul>
<li>Die Pflanzen in den Illustrationen haben keine biologische Existenz. Die Illustrationen sind m&#246;glicherweise ebenfalls auf eine schwer verst&#228;ndliche Weise verschl&#252;sselt oder <em>reine Phantasieprodukte</em>. Angesichts des gro&#223;en Raumes, den die Illustrationen auf teurem Schreibmaterial einnehmen, kann diese Tatsache nicht bedeutungslos sein, sie ist ein wichtiger Teil des Ganzen.</li>
<li>Der &#8222;Text&#8220; ist hochgradig redundant und transportiert pro EVA-Zeichen weniger als zwei Bit Information. Dar&#252;ber hinaus ist der &#8222;Text&#8220; von aufeinanderfolgenden, identischen &#8222;W&#246;rtern&#8220; gepr&#228;gt, die so in keiner europ&#228;ischen Sprache auftreten, w&#228;hrend das Schriftsystem seine europ&#228;ischen Vorbilder nicht verleugnen kann. Es lassen sich auch durch eingehende Betrachtung praktisch keine Wortarten anhand einer Stellung im Wortgef&#252;ge identifzieren (oder ich bin doch zumindest gr&#252;ndlich daran gescheitert), wenn man einmal von der artikelhaften &#8222;Wortbestandteilen&#8220; wie <code>qo</code> oder <code>ot</code> absieht. Die Annahme, dass es sich um eine schwach verschl&#252;sselte, europ&#228;ische Sprache handelt, f&#228;llt bei gr&#252;ndlicher Betrachtung in sich zusammen, und nur die <em>Einf&#252;hrung einer zus&#228;tzlichen Hypothese</em> von einer nicht-europ&#228;ischen, ausgestorbenen oder k&#252;nstlichen Sprache kann diese Annahme &#8222;retten&#8220;.</li>
<li>Die &#8222;Astrologie&#8220; (der Tierkreis) im Manuskript ist f&#252;r das Mittelalter beispiellos. Besonders beachtenswert ist die v&#246;llige Indifferenz gegen&#252;ber dem Mond, der &#8212; nach meinen Informationen &#8212; in der mittelalterlichen und fr&#252;hneuzeitlichen Astrologie eine wichtige Rolle spielte.</li>
<li>Die Illustrationen im &#8222;biologischen Teil&#8220; sind f&#252;r das Mittelalter beispiellos und &#252;berdem das Seltsamste, was ich jemals gesehen habe. Die &#8222;kosmologischen&#8220; Illustrationen k&#246;nnen beinahe jedes kosmologische Konzept darstellen, sind also kaum interpretierbar und damit als Verbildlichung eines damit transportierten Konzeptes <em>sinnlos</em>.</li>
<li>Es gibt <em>keine deutlichen</em> Anspielungen auf bekannte europ&#228;ische Kultur, Religion, Esoterik oder Spiritualit&#228;t des Mittelalters. Die wenigen diesbez&#252;glichen Symbole erwecken durch ihre abweichende Tintenfarbe den Eindruck nachtr&#228;glicher Hinzuf&#252;gungen.</li>
</ul>
<p>Auf diesem Hintergrund beh&#228;lt meine (leider letztlich un&#252;berpr&#252;fbare) Hypothese, dass es sich beim Voynich-Manuskript um ein Produkt einer psychologischen R&#252;ckkopplung handele, &#228;hnlich wie beim automatischen Schreiben, der Glossolalie oder beim kollektiven ideomotorischen Effekt, der die &#8222;Botschaften&#8220; auf einem Ouija-Brett hervorbringt, ihre G&#252;ltigkeit &#8212; und sie w&#252;rde auch erkl&#228;ren, dass bislang jeder Versuch gescheitert ist, diesem &#8222;Texte&#8220; seinen Sinn zu entrei&#223;en.</p>
<p>Hier sehe ich noch einen Ansatzpunkt f&#252;r weitere Untersuchungen, insbesondere w&#252;rde mich ein Vergleich der Zeichenfolge des Voynich-Manuskriptes mit transkribierter Glossolalie eines <em>&#252;berzeugten</em> Praktizierenden sehr interessieren. Leider gibt es nicht gen&#252;gend frei verf&#252;gbares und bequem transkribierbares Material, als dass ich einen solchen Vergleich durchf&#252;hren k&#246;nnte. (Wer hier mitliest und als Mitglied einer religi&#246;sen Gemeinschaft selbst Glossolalie praktiziert und bereit ist, mir einige l&#228;ngere Aufnahmen zur Verf&#252;gung zu stellen, melde sich bitte. Ein einfacher Kommentar zu diesem Artikel gen&#252;gt, die angegebene Mailadresse wird nach au&#223;en nicht sichtbar und ich garantiere auf Wunsch auch eine v&#246;llig anonyme Behandlung, wenn ich das Ergebnis eines solchen Vergleiches ver&#246;ffentliche. Ich selbst kann es nicht tun, da sich die Strukturen des Manuskriptes fest in mein Unterbewusstes eingegraben haben. Alle Vergleiche zwischen einer von mir erzeugten Glossolalie und dem Manuskript w&#228;ren deshalb wertlos.)</p>
<p>Aber ich wei&#223; nat&#252;rlich auch, dass <em>das</em> nicht die &#8222;harten Daten&#8220; sind, die von vielen Forschern so gew&#252;nscht werden. Indizien daf&#252;r, dass jegliche Bem&#252;hung fruchtlos sein k&#246;nnte, gibt es schon genug &#8212; allein durch das Scheitern einer gro&#223;en, kollektiven Geistesanstrengung vieler, zum Teil hochqualifizierter Forscher am Voynich-Manuskript. F&#252;r mich ist dieses Zeichen ein Grund mehr, auf die &#8222;psychologische Karte&#8220; zu setzen, denn solche Untersuchungen wurden bislang eher vernachl&#228;ssigt, obwohl sie durchaus m&#246;glich sind. Wenn der bislang beschrittene Weg sich als Sackgasse erweist, muss ein neuer Weg gesucht werden.</p>
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		<title>Der ORF spannt uns auf die Folter&#8230;</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/12/03/der-orf-spannt-uns-auf-die-folter/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 20:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der ORF spannt uns alle zurzeit ganz ordentlich auf die Folter:
[&#8230;] jetzt bringt ein neuer Untersuchungsansatz Klarheit in das Dickicht von widerstreitenden Theorien und Ideen. Am Verwahrungsort des Voynich-Manuskripts, an der Universit&#228;t Yale, hat man sich entschlossen, der mysteri&#246;sen Handschrift mit materialwissenschaftlichen Methoden zu Leibe zu r&#252;cken.
[&#8230;]
Das Ergebnis dieser Untersuchungen stellt alles, was man bisher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ORF <a href="http://science.orf.at/stories/1633249/">spannt uns alle zurzeit ganz ordentlich auf die Folter</a>:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] jetzt bringt ein neuer Untersuchungsansatz Klarheit in das Dickicht von widerstreitenden Theorien und Ideen. Am Verwahrungsort des Voynich-Manuskripts, an der Universit&#228;t Yale, hat man sich entschlossen, der mysteri&#246;sen Handschrift mit materialwissenschaftlichen Methoden zu Leibe zu r&#252;cken.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Das Ergebnis dieser Untersuchungen stellt alles, was man bisher &#252;ber das Voynich-Manuskript wusste, auf den Kopf. Jetzt ist sicher: Alle bisherigen Theorien sind falsch. Denn das Buch ist viel &#228;lter als gedacht!</p></blockquote>
<p>Ja, wie alt ist es denn nun? Und wie falsch sind die bisherigen Theorien, und wieviel &#228;lter als angenommen ist das verdammte Buch? Offenbar wollen die Programmgestalter des ORF, dass ihre <a href="http://voynich.tamagothi.de/2009/11/27/das-voynich-raetsel-im-fernsehen/">Sendung am 10. Dezember</a> auch gesehen wird und &#8222;erheitern&#8220; uns deshalb mit dunklen Andeutungen, als ob wir nicht genug zum R&#228;tseln h&#228;tten &#8212; ich kann diese Sendung leider nicht sehen, denke aber, dass bei <em>wirklich</em> neuen und revolution&#228;ren Erkenntnissen eine gewaltige Aktivit&#228;t auf der Mailingliste entstehen wird.</p>
<p>Ansonsten bin ich froh, dass es endlich einmal zu einer Altersbestimmung mit modernen Methoden gekommen ist, und dass das Manuskript wohl wirklich alt (und damit wahrscheinlich keine moderne F&#228;lschung) ist. Oder genauer gesagt: Dass das Pergament des Manuskriptes alt ist. Auch erwarte ich von den Untersuchungen unter ultraviolettem Licht neue Aufschl&#252;sse &#252;ber die Entstehungsgeschichte des Manuskriptes.</p>
<p>Wer es gar nicht abwarten kann, <a href="http://www.earthtimes.org/articles/show/297590,mysterious-voynich-manuscript-is-genuine-scientists-find.html">werfe einen Blick auf Earth Times</a>:</p>
<blockquote><p>Forscher der Universit&#228;t zu Arizona haben die Radiokarbon-Methode auf die 246 in Europa geschriebenen Seiten angewendet und herausgefunden, dass das Pergament zwischen 1404 und 1438 hergestellt wurde, wie Walter Koehler [<em>ich vermute &#8222;K&#246;hler&#8220;</em>] mitteilte, ein ORF-Produzent, der die Fernsehdokumentation zum Manuskript &#252;berwachte.</p>
<p>Ferner haben Experten des McCrone-Forschungsinstitutes zu Chicago festgestellt, dass die Tinte nicht zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt aufgetragen wurde. Der Text wurde wahrscheinlich in Norditalien geschrieben.</p>
<p>Vor diesen Befunden &#8222;gab es keinen ernsthaften Experten, der es in die vorkolubianischen Zeiten datiert h&#228;tte&#8220;, sagte Koehler, sondern eher in ein 16. Jahrhundert, in dem codierte Texte modern waren.</p></blockquote>
<p>Besonders gespannt bin ich allerdings auf die UV-Untersuchungen. Bislang bin ich aufgrund der Erscheinung in den hochaufl&#246;senden Fotographien der Yale-Universit&#228;t davon ausgegangen, dass das Manuskript verbl&#252;ffend wenig Korrekturen enth&#228;lt, was angesichts eines unglaublich schwierigen Kodierungsverfahrens etwas &#252;berrascht. Sollten jedoch mehrfach fehlerhafte Stellen von Pergament entfernt worden sein, ist es vielleicht gar nicht mehr so &#252;berraschend. Mit einem bisschen Gl&#252;ck er&#246;ffnen sich vielleicht neue Einsichten in das angewendete Verschl&#252;sselungsverfahren.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Beim &#246;stereichischen &#8222;Standard&#8220; gibt es eine <a href="http://derstandard.at/1259281171438/Ein-Schleier-weniger-ueber-dem-Voynich-Manuskript">deutschsprachige Zusammenfassung der neuen Erkenntnisse</a>.</p>
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		<item>
		<title>Das Voynich-R&#228;tsel im Fernsehen</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/11/27/das-voynich-raetsel-im-fernsehen/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 23:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[F&#252;r Leser aus &#214;stereich und aus dem s&#252;ddeutschen Raum ist es vielleicht interesseant: Auf der Homepage des ORF wird eine Dokumentation zum Voynich-Manuskript angek&#252;ndigt.
DAS VOYNICH-R&#196;TSEL Die geheimnisvollste Handschrift der Welt
Es ist die mysteri&#246;seste Handschrift der Welt: Ein Buch, verfasst von einem unbekannten Autor, illustriert mit ebenso skurrilen wie r&#228;tselhaften Darstellungen &#8211; und in einer Sprache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r Leser aus &#214;stereich und aus dem s&#252;ddeutschen Raum ist es vielleicht interesseant: Auf der Homepage des ORF <a href="http://tv.orf.at/program/orf2/20091210/457936401/">wird eine Dokumentation zum Voynich-Manuskript angek&#252;ndigt</a>.</p>
<blockquote><p>DAS VOYNICH-R&#196;TSEL<br /> Die geheimnisvollste Handschrift der Welt</p>
<p>Es ist die mysteri&#246;seste Handschrift der Welt: Ein Buch, verfasst von einem unbekannten Autor, illustriert mit ebenso skurrilen wie r&#228;tselhaften Darstellungen &#8211; und in einer Sprache geschrieben, die von den besten Kryptographen nicht entschl&#252;sselt werden kann [&#8230;]</p></blockquote>
<p>Die Dokumentation wird am <strong>10. Dezember 2009</strong> um <strong>21:05 Uhr</strong> im Programm von <strong>ORF 2</strong> ausgestrahlt, sie wird am folgenden Tag, den <strong>11. Dezember 2009</strong>, um <strong>09:30 Uhr</strong> wiederholt. Anfang 2010 wird diese Dokumentation auch im Programm von ARTE gesendet werden und damit in ganz Deutschland zu sehen sein &#8212; der Sendetermin ist allerdings zurzeit noch nicht bekannt.</p>
<p><em>Danke f&#252;r den Hinweis an René Zandbergen.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der unm&#246;gliche Beweis</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/11/12/der-unmoegliche-beweis/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 22:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gebe ja offen zu, dass ich nicht davon &#252;berzeugt bin, dass das Voynich-Manuskript eine Botschaft im &#252;blichen Sinne des Wortes transportiert. Das Scheitern aller Bem&#252;hungen um den Klartext lie&#223;e sich sehr leicht erkl&#228;ren, wenn es diesen Klartext schlicht nicht g&#228;be. Ob das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; dabei nun ein &#8222;Fake&#8220; eines sp&#228;tmittelalterlichen Quacksalbers oder vielleicht auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe ja offen zu, dass ich nicht davon &#252;berzeugt bin, dass das Voynich-Manuskript eine <em>Botschaft</em> im &#252;blichen Sinne des Wortes transportiert. Das Scheitern aller Bem&#252;hungen um den <em>Klartext</em> lie&#223;e sich sehr leicht erkl&#228;ren, wenn es diesen Klartext schlicht nicht g&#228;be. Ob das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; dabei nun ein &#8222;Fake&#8220; eines sp&#228;tmittelalterlichen Quacksalbers oder vielleicht auch etwas <em>v&#246;llig anderes</em> w&#228;re, spielte nur eine untergeordnete Rolle, wenn es nur irgend m&#246;glich w&#228;re, die Inhaltslosigkeit der Glyphenfolge nachzuweisen.</p>
<p>Leider &#8212; ich habe wirklich lange dar&#252;ber nachgedacht, ob es nicht doch auf irgendeine Weise m&#246;glich sein k&#246;nnte &#8212; ist ein solcher Nachweis v&#246;llig unm&#246;glich. Im Rahmen eines solchen Nachweises m&#252;sste durch Ausschluss aller denkbaren M&#246;glichkeiten &#252;berzeugend belegt werden, dass das Voynich-Manuskript <em>keinen m&#246;glichen Text</em> in irgendeiner <em>bekannten oder unbekannten Sprache</em> enth&#228;lt, der mit <em>irgendeinem Verfahren</em> verschl&#252;sselt wurde. Die Anzahl aller m&#246;glichen Texte ist zwar nicht unendlich gro&#223;, aber deutlich zu gro&#223;, um <em>jeden einzelnen ausschlie&#223;en</em> zu k&#246;nnen &#8212; zumal wir nicht einmal die Sprache des m&#246;glichen Textes kennen. Man stelle sich einmal vor, es handele sich um einen phonetisch notierten bairischen Dialekt, der wegen des engen Kontaktes des Autors zur lokalen Synagoge mit hebr&#228;ischem und jiddischem Vokabular angereichert w&#228;re, und der wg. d. H&#228;ufigk. gew. Wendgn. bei d. Niedersrft. stark, aber f. d. Autor u. and. Bet. noch verstdl. abgek. worden sei&#8230;</p>
<p>(Der letzte Nebensatz weist gewisse &#196;hnlichkeiten zu meinem oft schnell gef&#252;llten Notizbuch auf, ist also gar nicht so absurd &#8212; allerdings schlie&#223;e ich beim Notieren die Abk&#252;rzungen nicht mit Punkten ab. Vielleicht sollte ich auch in dieser Form bloggen, um <em>Google Translations</em> einmal eine wirklich harte Nuss zum Knacken zu geben&#8230;)</p>
<p>Es ist <em>leicht</em> nachzuweisen, dass das Manuskript einen Klartext enth&#228;lt. Man gebe das Verfahren zur Verschl&#252;sselung an, kehre es um und erhalte auf diesem Wege einen konsistenten und einer weiteren Interpretation zug&#228;nglichen Text! Zugegeben, &#8222;leicht&#8220; ist angesichts des bisherigen Scheiterns aller derartigen Versuche vielleicht <em>etwas</em> unpassend, aber der Versuch, die Inhaltslosigkeit des Voynich-Manuskriptes nachzuweisen, ist <em>praktsich unm&#246;glich</em>, und im Vergleich dazu erscheint eine L&#246;sung des R&#228;tsels als leicht &#8212; so es eine L&#246;sung gibt.</p>
<p>Dass es Gordon Rugg gelungen ist, mit einem vergleichsweise einfachen Verfahren sinnlosen Text zu erzeugen, der entsprechend niedergeschrieben eine gewisse &#196;hnlichkeit zur Erscheinung des Voynich-Manuskriptes aufweist, belegt nicht, dass das Voynich-Manuskript nur eine sinnlose Folge von Glyphen enth&#228;lt, sondern nur, dass es eine sinnlose Folge von Glyphen enthalten <em>k&#246;nnte</em>. In meinen Augen ist das weder eine neue Erkenntnis gewesen (obwohl sich jeder <em>immer</em> dar&#252;ber klar sein sollte, dass alle M&#252;he um den Klartext vergebens sein k&#246;nnte), noch schafft dieses &#8222;Ergebnis&#8220; gen&#252;gend tiefe Einsicht, dass es etwas rei&#223;erisch als &#8222;L&#246;sung&#8220; im <em>Scientific American</em> pr&#228;sentiert werden sollte &#8212; zumal ein dort ver&#246;ffentlichter Artikel f&#252;r viele naivere Leser (etwa f&#252;r viele Redakteure in den Wissenschaftsressorts der gro&#223;en Tageszeitungen und Zeitschriften, und damit folgend auch f&#252;r die Leser dieser Publikationen) recht unreflektiert zu einer &#8222;Wahrheit&#8220; wird.</p>
<p>Eines aber ist wahr: Das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; bietet einem Wissenschaftler nur wenig Aussicht auf Erfolg, warnt ihm zus&#228;tzlich durch eine lange Reihe kritischer K&#246;pfe, die sich unvorstellbar in absurde Theorien verrannt haben und verspricht zudem, von eher uninteressantem Inhalt zu sein. Auf diesem Hintergrund ist es gar nicht erstaunlich, dass kaum jemand seine beschr&#228;nkte Lebenszeit f&#252;r ein Abenteuer aufs Spiel setzen m&#246;chte, das sich als Hemmschuh f&#252;r die eigene Karriere erweisen k&#246;nnte. Das Hinwegerkl&#228;ren des Manuskriptes als inhaltlose Zeichenfolge scheint auf diesem Hintergrund sehr attraktiv zu sein.</p>
<p>Und wie schon eingangs gesagt: Ich bin selbst nicht davon &#252;berzeugt, dass das Manuskript einen &#8222;Klartext&#8220; im gew&#246;hnlichen Sinne des Wortes transportiert. Ich sehe einfach nur keine M&#246;glichkeiten, die Nichtexistenz eines Klartextes nachzuweisen &#8212; und ich habe <em>wirklich</em> dar&#252;ber nachgedacht.</p>
<p>Meine Auffassung ist allerdings nicht, dass es sich um einen &#8222;Fake&#8220; gehandelt habe, der in betr&#252;gerischer Absicht angefertigt wurde. F&#252;r diese Auffassung habe ich ein durchaus <em>vern&#252;nftig klingendes</em> Argument, zumindest f&#252;r mich selbst: Der Aufwand mit dem auffallend konsistenten Schriftsystem und einem erzeugten Text, der auch noch im Computerzeitalter jeden damit besch&#228;ftigten Menschen wegen seiner Mischung aus strikter Struktur und &#252;berraschender Unregelm&#228;&#223;igkeit verwirren kann; dieser Aufwand war au&#223;erordentlich hoch, <em>sehr viel h&#246;her als f&#252;r den Betrug erforderlich</em>. Um jemanden mit einem &#8222;Fake&#8220; zu beeindrucken und ihm anschlie&#223;end einen Haufen Goldm&#252;nzen aus der Tasche zu ziehen, w&#228;re ein &#8222;Gekrakel&#8220; mit wesentlich weniger Struktur &#8212; verbunden mit Aufsehen erregenden, geradezu au&#223;erweltlichen Zeichnungen und einer h&#252;bschen L&#252;gengeschichte dazu &#8212; v&#246;llig hinreichend gewesen. Warum sollte sich ein Betr&#252;ger denn unn&#246;tige Arbeit machen?</p>
<p>Wer eine gut sortierte B&#252;cherei in seiner N&#228;he hat, werfe einmal einen Blick in den &#8222;<a href="http://www.abebooks.de/Buecher-Highlight/Codex-Seraphinianus.shtml">Codex Seraphinianus</a>&#8220;, der ein v&#246;llig sinnloses Buch (und ein gro&#223;artiges Kunstwerk) ist. Luigi Serafini hat sich f&#252;r dieses Werk ein bemerkenswert nat&#252;rlich aussehendes Schriftsystem ausgedacht&#8230;</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/11/cserafin.jpg" width="450" height="515" alt="Ein kleines Beispiel..." /></p>
<p>&#8230;das den Betrachter schnell &#252;berzeugt; er hat sich ferner eine interessante Notation f&#252;r Zahlen ausgedacht, die stark strukturiert und verst&#228;ndlich ist. Allerdings ist dieses optisch so &#252;berzeugende Schriftsystem bei weitem nicht so konsistent wie das Schriftsystem des Voynich-Manuskriptes und zeigt &#252;ber den Verlauf des Buches hinweg starke Schwankungen im Aufbau der W&#246;rter und in der H&#228;ufigkeit der Zeichen, die sich nicht in unserem &#8222;verdammten Manuskript&#8220; finden. Es ist ja gerade das hohe Ma&#223; an erkennbarer Struktur im Manuskriptes, das verbl&#252;fft.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass das gr&#246;&#223;te Problem bei der Besch&#228;ftigung mit dem Voynich-Manuskript darin besteht, dass man sich nicht gen&#252;gend &#252;ber seine eigenen Annahmen klar ist, die dann aber der Wahrnehmung des Manuskriptes ihren Stempel aufdr&#252;cken.</p>
<p>Zum Beispiel habe ich bei vielen Forschern den Eindruck, dass sie in allen ihren Betrachtungen unbewusst davon ausgingen, bei der Abfassung des Voynich-Manuskriptes h&#228;tten Aberglaube, Wahnsinn oder die Benutzung halluzinogener Drogen keine Rolle gespielt. Diese Annahme mag in einem n&#252;chternen, kritischen Weltbild begr&#252;ndet sein, sie wird aber durch die Erscheinung des Manuskriptes als ein unverst&#228;ndliches, singul&#228;res Werk nicht unterst&#252;tzt. Ganz im Gegenteil wirken zumindest die Illustrationen als rein geistige, fantastische Hervorbringungen ohne starken Bezug zur wirklichen Welt, die sich zwanglos als Ausfluss eines sehr seltsam tickenden Verstandes erkl&#228;ren lie&#223;en. Vor allem die Pflanzen werden niemals in dieser Form auf der Erde gewachsen sein, und die Zeichnungen im biologischen Teil zeigen zwar ein beachtliches Ma&#223; an k&#252;nstlerischer Genialit&#228;t (und wirken verbl&#252;ffend modern), aber sind dabei so <em>surreal</em>, dass eine Interpretation kaum m&#246;glich ist. Wie man bei so wenig &#8222;irdischem Bezug&#8220; noch davon ausgehen kann, dass der Text mehr &#8222;irdischen Bezug&#8220; habe, erscheint mir beinahe so r&#228;tselhaft wie das Manuskript selbst.</p>
<p>Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, dass das gesamte Manuskript auch in einem <em>rein psychologischen Prozess</em> entstanden sein k&#246;nnte, vielleicht vergleichbar zur Glossolalie. Die Strukturen des &#8222;Textes&#8220; k&#246;nnten vielleicht auch auf diese Weise entstehen, und es ist gar nicht gesagt, dass der Autor sein Schreiben f&#252;r &#8222;sinnlos&#8220; hielt. Er kann es sogar f&#252;r eine gewaltige Offenbarung gehalten haben.</p>
<p>Aber wie l&#228;sst sich so etwas nur belegen? (Immerhin, es scheint mir nicht v&#246;llig aussichtslos. Vermutlich bin ich einfach der v&#246;llig falsche Mensch f&#252;r ein solches Ansinnen.)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das ZDF&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 21:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ZDF&#8230; dieses Zweite Deutsche Fiasko im Fernsehempf&#228;nger, es ist immer gut f&#252;r irgendeinen leicht esoterisch angehauchten Unfug, und eben gerade habe ich in einer Mail gelesen (ich selbst verzichte ja dankend auf die &#8222;Segnungen&#8220; des Fernsehens), dass heute im ZDF ein Krimi mit dem Voynich-Manuskript als Hintergrund f&#252;r den konstruierten Mordfall ausgestrahlt wurde. Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das ZDF</strong>&#8230; dieses Zweite Deutsche Fiasko im Fernsehempf&#228;nger, es ist immer gut f&#252;r irgendeinen leicht esoterisch angehauchten Unfug, und eben gerade habe ich in einer Mail gelesen (ich selbst verzichte ja dankend auf die &#8222;Segnungen&#8220; des Fernsehens), dass heute im ZDF ein Krimi mit dem Voynich-Manuskript als Hintergrund f&#252;r den konstruierten Mordfall ausgestrahlt wurde. Nach allem, was ich bis jetzt wei&#223;, handelt es sich inhaltlich um den ZDF-typischen, mit Psychogeklimper und dumpfen Klischees v&#246;llig ungenie&#223;bar gemachten Schwachsinn &#8212; aber die Ausstrahlung dieser Sendung wird wahrscheinlich dennoch den armen Server hier an den Rand der Belastbarkeit bringen.</p>
<p>Wer nach &#8222;Genuss&#8220; dieser ZDF-Produktion Interesse an einem wirklich schwierigen R&#228;tsel bekommen hat, m&#246;ge doch bitte die vielen hier gegebenen Links verfolgen und sich einen ersten Eindruck davon machen, welche Ans&#228;tze zur Entschl&#252;sselung bislang trotz allen Aufwandes erfolglos blieben. Leider steht der gr&#246;&#223;te Teil des sehr umfangreichen Materiales nur in englischer Sprache zur Verf&#252;gung &#8212; aber ist damit immer noch <em>deutlich</em> leichter verst&#228;ndlich als das Voynich-Manuskript. Und wer nach diesem &#8222;bisschen&#8220; Lekt&#252;re erst so richtig Interesse bekommen hat: Herzlich Willkommen bei uns, die wir im Dunkel tappen, und die wir mehr als nur einen hochbegabten, soziopathischen Sch&#252;ler brauchen, um Licht in diese Angelegenheit zu bringen&#8230; <img src='http://voynich.tamagothi.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der Schwachsinn der ZDF-Story wird sich allerdings schon nach fl&#252;chtiger Lekt&#252;re des Materiales zeigen. Und vielleicht zeigt sich dabei ja so manchem Menschen auch ganz nebenbei, wie viel <em>Schwachsinn einer ganz bestimmten Machart</em> sonst noch jeden Tag in einem ZDF l&#228;uft, das &#252;brigens in der BRD auch von allen Menschen ohne Radio und Fernseher durch eine Zwangsgeb&#252;hr finanziert wird, wenn diese einen Computer besitzen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Qokeedy qokeedy qokedy qokedy qokeedy</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/10/28/qokeedy-qokeedy-qokedy-qokedy-qokeedy/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 01:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges im Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber diesen &#8222;Text&#8220; auf der Seite f75r hat sich wohl jeder schon einmal gewundert, der das Manuskript verstehen wollte. Zu einer Sprache scheint das nicht zu passen.
Oder vielleicht doch? Hier die &#8222;Geschichte des Shi der L&#246;wen isst&#8220; von Zhào Yuánrèn in klassischem Chinesisch, nach der heutigen Aussprache in Pinyin transkribiert:
&#8222;Sh&#239; Shì shí sh&#239; shǐ&#8220;
Shíshì sh&#239;shì [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;ber diesen &#8222;Text&#8220; auf der Seite <code>f75r</code> hat sich wohl jeder schon einmal gewundert, der das Manuskript verstehen wollte. Zu einer Sprache scheint <em>das</em> nicht zu passen.</p>
<p>Oder vielleicht doch? Hier die &#8222;Geschichte des Shi der L&#246;wen isst&#8220; von Zhào Yuánrèn in klassischem Chinesisch, nach der heutigen Aussprache in Pinyin transkribiert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Sh&iuml; Shì shí sh&iuml; shǐ&#8220;</p>
<p>Shíshì sh&iuml;shì Sh&iuml; Shì, shì sh&iuml;, shì shí shí sh&iuml;.<br />
Shì shíshí shì shì shì sh&iuml;.<br />
Shí shí, shì shí sh&iuml; shì shì.<br />
Shì shí, shì Sh&iuml; Shì shì shì.<br />
Shì shì shì shí sh&iuml;, shì shǐ shì, shǐ shì shí sh&iuml; shìshì.<br />
Shì shí shì shí sh&iuml; sh&iuml;, shì shíshì.<br />
Shíshì sh&iuml;, Shì shǐ shì shì shíshì.<br />
Shíshì shì, Shì shǐ shì shí shì shí sh&iuml;.<br />
Shí shí, shǐ shí shì shí sh&iuml;, shí shí shí sh&iuml; sh&iuml;.<br />
Shì shì shì shì.</p></blockquote>
<p><em>Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wen-essender_Dichter_in_der_Steinh%C3%B6hle">deutsche Wikipedia</a> | <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lion-Eating_Poet_in_the_Stone_Den">english version</a></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kryptogramm</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/10/19/kryptogramm/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 22:06:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube zwar nicht, dass es auch nur einen minimalen Beitrag zur L&#246;sung des R&#228;tsels leisten kann, aber dennoch ist mein neues Album &#8222;Kryptogramm&#8220; vielleicht eine Abwechslung&#8230;

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube zwar nicht, dass es auch nur einen minimalen Beitrag zur L&#246;sung des R&#228;tsels leisten kann, aber dennoch ist <a href="http://www.tamagothi.de/alben/kryptogramm/">mein neues Album &#8222;Kryptogramm&#8220;</a> vielleicht eine Abwechslung&#8230;</p>
<p><a href="http://www.tamagothi.de/alben/kryptogramm/"><img class="alignnone size-full wp-image-236" title="Das Cover meines neuen Albums Kryptogramm" src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/cover-450.jpg" alt="Das Cover meines neuen Albums Kryptogramm" width="450" height="446" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Zu den Transkriptionen</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/10/13/zu-den-transkriptionen/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 21:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voynich.tamagothi.de/2009/10/13/zu-den-transkriptionen/</guid>
		<description><![CDATA[Jeder, der heute am Voynich-Manuskript forschen m&#246;chte, hat einen erheblichen Vorteil gegen&#252;ber vielen fr&#252;heren Forschern: Es stehen mehrere Transkriptionen gro&#223;er Teile des Manuskriptes zur Verf&#252;gung, und es gibt hervorragendes Bildmaterial. Der gr&#246;&#223;te Teil des Manuskriptes kann in Form von hochaufgel&#246;sten Bildern betrachtet werden, und zu jeder Seite existiert mindestens eine Transkription. Zudem ist eine erhebliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder, der heute am Voynich-Manuskript forschen m&#246;chte, hat einen erheblichen Vorteil gegen&#252;ber vielen fr&#252;heren Forschern: Es stehen mehrere Transkriptionen gro&#223;er Teile des Manuskriptes zur Verf&#252;gung, und es gibt hervorragendes Bildmaterial. Der gr&#246;&#223;te Teil des Manuskriptes kann in Form von hochaufgel&#246;sten Bildern betrachtet werden, und zu jeder Seite existiert mindestens eine Transkription. Zudem ist eine erhebliche Menge existierender historischer und aktueller Transkriptionen im interlinearen Archiv von Jorge Stolfi zusammengestellt und kann mit Leichtigkeit verglichen werden.</p>
<p>(Einen ersten Eindruck der im interlinearen Archiv verf&#252;gbaren Transkriptionen kann man zum Beispiel im <a href="http://voynich.freie-literatur.de/">Voynich Information Browser</a> erhalten &#8212; und wer ein wenig Analyse machen will, kann sich auch interessierende Teile extrahieren lassen.)</p>
<p>Ich selbst verwende &#252;brigens f&#252;r schnelle &#220;berpr&#252;fungen meiner (sich meist schnell als haltlos herausstellenden) Annahmen die vollst&#228;ndige Transkription von Takeshi Takahashi aus dem interlinearen Archiv. Anfangs habe ich dies noch eher unkritisch getan, aber sp&#228;ter musste ich bemerken, dass es sich um eine durchaus gute Wahl gehandelt hatte. Obwohl Takahashi als Grundlage seiner Mammutarbeit nur gering aufgel&#246;stes und qualitativ schlechtes Bildmaterial zur Verf&#252;gung hatte, erweisen sich viele seiner Lesungen auch beim Vergleich mit hochaufl&#246;senden Bildern als sehr gut, der Anteil fragw&#252;rdiger oder sicher falscher Entscheidungen in der Transkription liegt nach meinen Stichproben zwischen drei und f&#252;nf Prozent. Eine Schw&#228;che hat allerdings die Transkription von Takahashi, und das sind die astrologischen und kosmologischen Diagramme. Die Texte in den Ringen enthalten au&#223;erordentlich viele Fehler. Da ich mich meist auf Abs&#228;tze (und meist im pflanzenkundlichen Teil) konzentriere, spielt diese Fehlerquelle f&#252;r mich keine so gro&#223;e Rolle, aber wer selbst t&#228;tig werden will, sollte <em>das</em> wissen.</p>
<p>Viele andere verf&#252;gbare Transkriptionen sind schw&#228;cher, selbst die ebenfalls sehr gute Transkription von Currier. Andere Transkriptionen, vor allem die &#220;bertragung bestimmter Einzelseiten durch Jorge Stolfi, erwecken bei einem gr&#252;ndlichen Vergleich mit guten Bildern den Eindruck, dass hier eher die von Jorge Stolfi erkannten Muster als die Wirklichkeit der Glyphenfolge transkribiert wurde &#8212; eine Fehlerquelle, von der kein Mensch frei ist, der etwas Unverstandenes dokumentieren will.</p>
<p><strong>EVA und die Probleme</strong></p>
<p>Das Transkriptionsalphabet EVA hat leider ebenfalls Probleme, die Wirklichkeit der Glyphenfolge zutreffend abzubilden. Es beinhaltet etliche Annahmen vom Aufbau des Schriftsystemes, die nat&#252;rlich auch falsch sein k&#246;nnen, und aufgrund dieser Annahmen werden Glyphen des Manuskriptes auf maschinenlesbare Zeichen abgebildet. Alle folgenden Beispiele stammen aus der gut &#8222;lesbaren&#8220; Seite f22r, auf anderen Seiten lassen sogar bessere Beispiele finden. In der EVA-Transkription von Takeshi Takahashi &#8222;liest&#8220; sich diese Seite folgenderma&#223;en:</p>
<pre>pol olshy fcholy shol dpchy oty okoly daiin opchy s ocphy
ol oiin shol o kor qokchol daiin otaiin cthor dain ckhydom
qokol dykaiin okchy daiin cthol ctholo dar shain
pchaiin ofchy daiin cfhy doroiin ypchol sy schor daiin
ol daiin qokchy dar daiin chor oldor oky y choldchy
y chokshchy ctheen
kchol shol dsheor ska chdoly ytaiin ol otchy cphal
dchor oty daiin ctholy qoky chotaiin chocthy doiiin dchor
odaiin dain cthy ctheor oraiino
kchol chor daiin cthoiin dchor chey qokol dy opchol oldam
doiin yckhody qokchy oky otoldy yty dol or dachy daiin
odchaiin cthy okchy kchy dchol daiin ydaiin
dchor dydain qockhy ykalokain</pre>
<p>(<em>Diesen Auszug habe ich mit einem meiner Skripten aus meiner SQL-Datenbank der Transkriptionen erstellt, die Lokatoren f&#252;r die Zeilen habe ich entfernt</em>)</p>
<p>Die Transkription gibt nur einen sehr schwachen Eindruck davon, was sich <em>wirklich</em> auf der Seite f22r befindet.</p>
<p><strong>Leerzeichen</strong></p>
<p>Ein gro&#223;es Problem bei allen Transkriptionen ist die sichere Erkennung von Leerzeichen. Diese sind keineswegs immer deutlich.</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/pol-olshy-fcholy.jpg" alt="pol.olshy.fcholy" width="450" height="180" /></p>
<p>W&#228;hrend das Leerzeichen zwischen <code>olshy</code> und <code>fcholy</code> sehr deutlich ist, kann meiner Meinung nach <code>pol.olshy</code> eben so gut als <code>pololshy</code> gelesen werden. Ich verstehe allerdings, wie es zu dieser &#8222;Lesart&#8220; kommt, denn mit einer kurzen Abfrage der Datenbank kann ich feststellen&#8230;</p>
<pre>mysql&gt; select count(*)
       from voy_word
       where eva like '%olol%';
+----------+
| count(*) |
+----------+
|       44 |
+----------+
1 row in set (0.24 sec)</pre>
<p>&#8230;dass &#252;ber s&#228;mtliche Transkriptionen hinweg nur 44mal die Kombination <code>olol</code> innerhalb eines &#8222;Wortes&#8220; aufscheint, es handelt sich also um eine recht seltene Kombination von Glyphen. (Das h&#228;ufigste derartige Wort ist &#252;brigens <code>olol</code>, das 67mal in s&#228;mtlichen Transkriptionen erscheint.) Allerdings steht <code>ol</code> in 617 transkribierten &#8222;W&#246;rtern&#8220; am Ende eines &#8222;Wortes&#8220;, und einige dieser &#8222;W&#246;rter&#8220;&#8230;</p>
<pre>mysql&gt; select eva, count(*)
       from voy_word
       join voy_lineword on lword_word = word_id
       where eva like '%ol'
       group by eva
       order by 2 desc
       limit 10;
+-------+----------+
| eva   | count(*) |
+-------+----------+
| ol    |     1732 |
| chol  |     1302 |
| shol  |      626 |
| qol   |      568 |
| cheol |      528 |
| dol   |      386 |
| sheol |      346 |
| qokol |      307 |
| otol  |      273 |
| sol   |      259 |
+-------+----------+
10 rows in set (0.07 sec)</pre>
<p>&#8230;sind im Manuskript recht h&#228;ufig. (Auch diese Datenbankabfrage geht &#252;ber s&#228;mtliche Transkriptionen und soll nur meine These von der H&#228;ufigkeit der Endung <code>ol</code> ein wenig untermauern.) Hier scheint das Unbewusste im Verlaufe der Transkription ein Muster aufgenommen zu haben und aus einer kleinen L&#252;cke im Schriftfluss &#8212; die &#252;brigens fast genau so breit ist wie die L&#252;cke zwischen initialem <code>p</code> und folgendem <code>o</code> &#8212; ein wahrgenommenes Leerzeichen gemacht zu haben.</p>
<p>Sehr viele transkribierte Leerzeichen sind fraglich. Wer Analysen zu Annahmen macht, in denen die Leerzeichen eine Bedeutung tragen (etwa als Wort- oder Silbentrenner), ist gut beraten, wenn er die verwendete Transkription &#252;berpr&#252;ft und gegebenenfalls nach Augenschein korrigiert, um gesichertes Datenmaterial zu haben.</p>
<p>(<em>Am Rande bemerkt: Eine Datenbank mit den Transkriptionen ist selbst f&#252;r mich, der ich sowohl den &#8222;Weg der tausend Tools&#8220; [Un*x] sch&#228;tze als auch gern und schnell in Perl programmiere, immer wieder einmal n&#252;tzlich. Auch, wer nicht mit Leichtigkeit SQL tippt, kann von einer solchen Datenbank profitieren, wenn er sich eine ODBC-Datenquelle einrichtet und ein Reporting-Werkzeug oder Microsoft Access verwendet. Mir allerdings ist alles, was Griffe zur Maus erfordert, ein Gr&#228;uel&#8230;</em>)</p>
<p><strong>Ver-daiin-t!</strong></p>
<p>Die in EVA transkribierte &#8222;Wortendung&#8220; <code>aiin</code> ist recht h&#228;ufig, und <code>daiin</code> ist das mit Abstand h&#228;ufigste &#8222;Wort&#8220; mit dieser Endung. Die f&#252;nf h&#228;ufigsten derartigen &#8222;W&#246;rter&#8220; in der Transkription von Takeshi Takahashi sind:</p>
<pre>mysql&gt; select eva, count(*)
       from voy_word
       join voy_lineword on lword_word = word_id
       join voy_line on line_id = lword_line
       where line_trans = 'H'
       and eva like '%iin'
       group by eva
       order by 2 desc
       limit 5;
+---------+----------+
| eva     | count(*) |
+---------+----------+
| daiin   |      863 |
| aiin    |      469 |
| qokaiin |      262 |
| okaiin  |      212 |
| otaiin  |      154 |
+---------+----------+
5 rows in set (2.72 sec)</pre>
<p>Aber handelt es sich immer um das gleiche <code>-iin</code>? Oder handelt es sich um eine Annahme im Transkriptionssystem EVA, dass es sich immer um das gleiche <code>-iin</code> handele?</p>
<p>Nur einige Beispiele aus der recht klar &#8222;lesbaren&#8220; Seite f22r:</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/iin-1.jpg" alt="odaiin dain" width="450" height="153" /></p>
<p>Hier flie&#223;en die in EVA als <code>a</code>, <code>i</code> und <code>n</code> transkribierten Komponenten klar zusammen, man ist auf dem Hintergrund des lateinischen Alphabetes fest geneigt, den &#8222;Text&#8220; als &#8222;odam dan&#8220; zu lesen.</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/iin-2.jpg" alt="daiin" width="296" height="178" /></p>
<p>Hier ist das <code>n</code> deutlich von den beiden zuvor zusammenflie&#223;enden, als <code>i</code> transkriberten Komponenten getrennt. Niemand wei&#223; zur Zeit, ob diese Subtilit&#228;t Bedeutung tr&#228;gt, oder ob sie in der Eile des Schreibens entstanden ist. Aus der gleichm&#228;&#223;igen Tintenfarbe dieses Wortes scheint jedoch zu folgen, dass die Feder nicht in die Tinte getaucht wurde und dabei eine Unterbrechung des Schreibflusses entstand.</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/iin-3.jpg" alt="daiin" width="296" height="198" /></p>
<p>Hier ist zwar eine Verbindung zwischen dem <code>a</code> und dem ersten <code>i</code> erahnbar, aber es wird auch deutlich, dass die einzelnen <code>i</code>-Komponenten klar voneinander abgegrenzt geschrieben wurden. Das abschlie&#223;ende <code>n</code> weist einen klaren Abw&#228;rtsstrich auf, der nicht durch den Aufw&#228;rtsbogen zu einer Rundung verschliffen wurde.</p>
<p><strong>Ver-daiin-tes F&#252;r und Wider</strong></p>
<p>Obwohl niemand wei&#223;, ob sich in diesen Feinheiten eine Bedeutung verbirgt, ist die Annahme der Bedeutungslosigkeit in die Definition des Transskriptionssystemes EVA eingeflossen.</p>
<p>Wir d&#252;rfen beim Betrachten dieser Bilder nicht vergessen, dass die Schrift im Manuskript <em>klein</em> ist. Wer einen Eindruck von den Gr&#246;&#223;enverh&#228;ltnissen bekommen m&#246;chte, besorge sich ein hochaufgel&#246;stes Bild einer Einzelseite und drucke es auf eine DIN-A4-Seite aus, das ist fast die Originalgr&#246;&#223;e. Mit einem solchen Bild vor Augen wird verst&#228;ndlich, weshalb solchen Subtilit&#228;ten keine Bedeutung beigemessen wurde.</p>
<p>Aber&#8230;</p>
<p>Aber wenn ich mir selbst die Aufgabe stellen w&#252;rde, einige <em>unbedingt geheim zu haltende Notizen</em> zu machen (das Manuskript ist doch verschl&#252;sselt, nicht?) und keine modernen Hilfsmittel wie meinen Computer und GPG h&#228;tte, sondern mir ein Schriftsystem ausdenken m&#252;sste, denn w&#252;rde ich den neugierigen und m&#246;glicherweise hingebungsvollen Leser nicht nur durch eingef&#252;gte Null-Zeichen, verschieden gestaltete Zeichen f&#252;r h&#228;ufige Buchstaben oder Laute und ein ungewohntes Schriftsystem verwirren, sondern ich w&#252;rde auch daf&#252;r sorgen, dass verschiedene Dinge sehr &#228;hnlich aussehen, um zus&#228;tzliche Verwirrung zu stiften. Viele Mittel h&#228;tte ich ja nicht zur Verf&#252;gung. Und ich w&#252;rde bei alledem auch darauf achten, dass mir die Verschl&#252;sselung nicht allzu viel Arbeit bereitet, denn ich w&#252;rde ja in meinem Leben noch etwas anderes tun wollen, als meine Notizen zu verschl&#252;sseln. Zum Beispiel das, wor&#252;ber ich mir so viele Notizen mache. (Ob wohl viele nackte Frauen und au&#223;erirdische Drogenpflanzen darin vork&#228;men?)</p>
<p>Niemand sollte sich vom ersten Eindruck t&#228;uschen lassen. Schon gar nicht beim Voynich-Manuskript, das schon viele scharfsinnige Menschen auf der Suche nach einer L&#246;sung zu beachtlichen Leistungen der Selbstverblendung gef&#252;hrt hat. Und jeder sollte sich bei einem derartigen R&#228;tsel &#252;ber <em>alle im Vorfeld gemachten Annahmen</em> klar sein, denn diese k&#246;nnten falsch sein. Und ob dieses&#8230;</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/iin-4.jpg" alt="doiin" width="286" height="188" /></p>
<p>&#8230;<code>doiin</code> wirklich auf einem <code>n</code> endet, wie es die EVA-Transkription durch ihre eingeflossen Annahmen <em>erzwingt</em>, oder ob es nicht vielmehr ein <code>r</code> oder ein in EVA nicht aufl&#246;sbares Mittelding zwischen <code>n</code> und <code>r</code> ist, geh&#246;rt nicht zu den Dingen, &#252;ber die ich eine sichere Aussage machen k&#246;nnte. Aber ich bin mir sehr sicher, dass das gleiche Zeichen nach einem <code>o</code> als ein <code>r</code> transkribiert worden w&#228;re, weil die &#8222;Wortendung&#8220; <code>or</code> (2255mal in Takahashis Transkription) nun einmal wesentlich h&#228;ufiger als die &#8222;Wortendung&#8220; <code>ir</code> (590mal in Takahashis Transkription) ist. Wenn die wahrgenommene Ambiguit&#228;t nicht anderes aufgel&#246;st werden kann, denn werden eben unbewusst die bereits erkannten Muster eingef&#252;gt.</p>
<p>In wie gro&#223;em Ma&#223;e bei den Computeranalysen der Transkription wohl in Wirklichkeit die unbewussten F&#228;higkeiten des Transkriptors zur Mustererkennung untersucht werden?  <img src='http://voynich.tamagothi.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das Problem betrifft nicht nur die &#8222;Wortendung&#8220; <code>-iin</code>, sondern in vielleicht noch gr&#246;&#223;erem Ma&#223;e die Glyphe <code>sh</code>, die es in einigen sehr verschiedenen Varianten gibt. Immerhin gibt es bereits Transkriptionen, die diesen Fakt sehr genau ber&#252;cksichtigen, dabei sind die angewendeten Transkriptionsalphabete allerdings wesentlich schwieriger zu beherrschen.</p>
<p><strong>Wie wurden die Zeilen geschrieben?</strong></p>
<p>Auf der sehr klaren Seite f22r gibt es noch eine weitere Auff&#228;lligkeit. Aber um darauf einzugehen, muss ich zun&#228;chst auf etwas anderes hinweisen.</p>
<p>Zu den r&#228;tselhaften Eigenschaften des Manuskriptes geh&#246;rt es nicht nur, dass die &#8222;W&#246;rter&#8220; sehr regelm&#228;&#223;ig gebildet sind (und dass dabei Ausnahmen von den Regeln &#252;ber das gesamte Manuskript verstreut sind), sondern auch, dass die Zeilen im Manuskript eine interne Struktur zu haben scheinen. Currier schloss aus dieser Beobachtung, dass die Zeile im Manuskript eine Informationseinheit sein m&#252;sse.</p>
<p>Tats&#228;chlich lassen sich, wenn eine gro&#223;e Menge transkribierten &#8222;Textes&#8220; untersucht wird, zum Ende der Zeile hin sowohl auf Wortebene als auch auf Zeichenebene signifikant unterschiedliche H&#228;ufigkeiten z&#228;hlen. Diese Eigenschaft des &#8222;verdammten Manuskriptes&#8220; hat wohl nicht nur mich verwirrt. Ich habe sogar nach &#8222;Spuren von Lyrik&#8220; geforscht, ohne Anhaltspunkte daf&#252;r zu finden. Zu einem einfachen, mit wenig Hilfsmitteln durchgef&#252;hrten Verfahren der Kryptografie wollte es gar nicht passen&#8230;</p>
<p>Vielleicht ist auf diesem Hintergrund der obere Absatz der Seite f22r interessant:</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/f22r-top.jpg" alt="Oberer Absatz der Seite f22r" width="450" height="162" /></p>
<p>Ich finde hier die Schwankung der Tintenfarbe mitten in den Zeilen sehr auff&#228;llig. Hier noch einmal ein Detail, die schwarzen Linien sind nat&#252;rlich von mir, aber das Bild des Manuskriptes wurde ansonsten nicht bearbeitet:</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/f22r-detail.jpg" alt="Detail des Wechsels der Tintenfarbe" width="450" height="343" /></p>
<p>Um das in meinen Augen schon offensichtliche Detail noch etwas deutlicher zu machen, habe ich mit GIMP ein wenig an der Abbildung der Helligkeitswerte auf den Farbraum &#8222;herumgespielt&#8220;:</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/10/f22r-detail-2.jpg" alt="Das Details des Wechsels in der Tintenfarbe durch Bildbearbeitung deutlich gemacht" width="450" height="329" /></p>
<p>In der dritten Zeile ist es vielleicht gar nicht so deutlich und mag auf einer Selbstt&#228;uschung beruhen (daf&#252;r macht dieses Manuskript anf&#228;llig), aber in den &#252;brigen Zeilen ist es v&#246;llig offensichtlich, dass mitten in den Zeilen ein Unterschied in der S&#228;ttigung der Tintenfarbe eintritt. Da dieser Unterschied mit Ausnahme des &#8222;Wortes&#8220; <code>chor</code> immer auf Wortgrenzen zu fallen scheint und <em>sehr stark</em> ist und da beim &#8222;Worte&#8220; <code>ch-or</code> eine Verschiebung der Schreiblinie nach unten mittem im &#8222;Wort&#8220; aufzutreten scheint, entsteht nicht der Eindruck, es handele sich hier um eine Eigenschaft des Pergamentes.</p>
<p>Der Unterschied in der Tintenfarbe wirkt so stark, dass er sich kaum durch ein Neueintauchen der Feder in die unver&#228;nderte Tintenmischung erkl&#228;ren l&#228;sst. (Obwohl das nat&#252;rlich auch m&#246;glich ist.) Vielmehr entsteht der Eindruck, <em>als sei hier mitten in einer Zeile eine neu angemischte Tinte verwendet worden</em>. Es kann nat&#252;rlich sein, dass dieses Artefakt bei einer Restauration des Manuskriptes entstanden ist, die Seite weist ja auch oben rechts Spuren einer Besch&#228;digung durch Feuchtigkeit auf.</p>
<p>Aber es kann ebenfalls sein, dass der Autor des Manuskriptes die jeweils zweite H&#228;lfte der Zeilen nachtr&#228;glich angeh&#228;ngt hat, und dass diese zweite H&#228;lfte nur noch Null-Informationen enth&#228;lt. Wenn er seinen eigenen Text lesen konnte, wird ihn ein solches Vorgehen nicht verwirrt haben &#8212; aber daf&#252;r verwirrt es uns, denn wir stehen vor den sehr r&#228;tselhaften Zeilenstrukturen des Manuskriptes&#8230;</p>
<p>So lange man sich vor allem mit Transkriptionen besch&#228;ftigt, fallen solche Dinge jedenfalls nicht auf.</p>
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		<title>Die eigent&#252;mliche Einfachheit</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 20:22:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der vielen Eigent&#252;mlichkeiten, die am Voynich-Manuskript so sehr verbl&#252;ffen, ist die Einfachheit des verwendeten Schriftsystemes.
Wenn jemand ein Schriftsystem f&#252;r eine Verschl&#252;sselung ersinnt, wird er nicht gerade nach einem einfachen System streben, sondern daf&#252;r Sorge tragen, dass allein das gew&#228;hlte Schriftsystem dem Angreifer auf den Code Probleme bereitet. Er wird es mit Nullzeichen ausstatten, sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der vielen Eigent&#252;mlichkeiten, die am Voynich-Manuskript so sehr verbl&#252;ffen, ist die Einfachheit des verwendeten Schriftsystemes.</p>
<p>Wenn jemand ein Schriftsystem f&#252;r eine Verschl&#252;sselung ersinnt, wird er nicht gerade nach einem einfachen System streben, sondern daf&#252;r Sorge tragen, dass allein das gew&#228;hlte Schriftsystem dem Angreifer auf den Code Probleme bereitet. Er wird es mit Nullzeichen ausstatten, sich unterschiedliche Schreibungen f&#252;r gleiche Zeichen ausdenken, versuchen, so viel wie m&#246;glich von der sprachlichen Struktur des Klartextes im Kryptogramm zu verbergen. Dabei erwartet man eigentlich eher ein komplexes Schriftsystem mit einem relativ gro&#223;en Zeichenvorrat, der vielleicht noch um spezielle Zeichen f&#252;r h&#228;ufig gebrauchte W&#246;rter erg&#228;nzt wird. Das f&#252;r den Zweck der Kryptographie entstehende Schriftsystem braucht ja nicht gut f&#252;r das &#8222;allt&#228;gliche Schreiben&#8220; geeignet zu sein; es dient einem besonderen Zweck.</p>
<p>Dieser Erwartung gegen&#252;ber steht das Schriftsystem im Voynich-Manuskript. Es sieht aus, als w&#228;re es auch f&#252;r &#8222;gew&#246;hnliches Schreiben&#8220; geeignet, und der Schriftfluss im Manuskripte erweckt an vielen Stellen den Eindruck, als sei der Schreiber auch im schnellen Schreiben in diesem Schriftsystem ge&#252;bt gewesen. Das passt gar nicht zu den anderen Eigenschaften des Manuskriptes, die darauf hindeuten, dass es sich um keine direkt notierte Sprache handelt.</p>
<p>Ich glaube immer mehr, dass diese scheinbare Einfachheit des Schriftsystemes tr&#252;gerisch ist, vielleicht sogar <em>absichtlich tr&#252;gerisch</em>, um einen Angreifer auf den Code in die Irre zu leiten. Die vier Handvoll Grundglyphen im Transkriptionssystem EVA oder die gerade doppelt so viele Zeichen in Curriers Transkription t&#228;uschen uns alle &#252;ber etwas hinweg, was wir trotz aller Bem&#252;hungen der vergangenen Jahrzehnte noch nicht einmal im Ansatz verstehen. Und daran krankt wohl jede bisherige Analyse.</p>
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		<title>Die Monatsnamen</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Das unverstandene Manuskript
Wenn man ein v&#246;llig unlesbares Buch unbekannter Sprache in einer fremdartigen Schrift (oder beim Voynich-Manuskript eher: bislang ungebrochenen Verschl&#252;sselung) vor sich liegen hat und dieses Buch lesen und verstehen will, denn sucht man nat&#252;rlich nach Anhaltspunkten, die zumindest einen Aufschluss &#252;ber das Thema des Buches geben k&#246;nnten &#8212; solche Anhaltspunkte k&#246;nnten ja hilfreich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das unverstandene Manuskript</strong></p>
<p>Wenn man ein v&#246;llig unlesbares Buch unbekannter Sprache in einer fremdartigen Schrift (oder beim Voynich-Manuskript eher: bislang ungebrochenen Verschl&#252;sselung) vor sich liegen hat und dieses Buch lesen und verstehen will, denn sucht man nat&#252;rlich nach Anhaltspunkten, die zumindest einen Aufschluss &#252;ber das Thema des Buches geben k&#246;nnten &#8212; solche Anhaltspunkte k&#246;nnten ja hilfreich sein.</p>
<p>Leider enth&#228;lt das Voynich-Manuskript keine derartigen Anhaltspunkte. Die gezeichneten Pflanzen sind fremdartig, die scheinbar astrologischen und kosmologischen Diagramme auf dem Hintergrund der bekannten mittelalterlichen Weltanschauung v&#246;llig unverst&#228;ndlich und die Zeichnungen im biologischen Teil geh&#246;ren zum R&#228;tselhaftesten, was ich je gesehen habe &#8212; und das geht nicht nur mir so. Zusammengefasst: Die Illustrationen sind <em>genau so unverst&#228;ndlich wie der Text selbst</em>, sie scheinen ebenfalls <em>auf eine unbekannte (optische) Weise verschl&#252;sselt</em> zu sein, wenn sie nicht gar reine Phantasieprodukte sind.</p>
<p>Es ist nicht &#252;berraschend, dass angesichts dieser Eigenschaften des Manuskriptes einige zum Schluss gekommen sind, dass es m&#246;glicherweise gar keinen Inhalt habe. Dieser Schluss ist bequem und entbindet von der leidigen Aufgabe, dieses R&#228;tsel zu l&#246;sen. Er hat freilich einen schweren Nachteil und ist deshalb, so er nicht <em>mit starken Belegen</em> gest&#252;tzt wird, unzul&#228;ssig: Er ist nicht widerlegbar und damit ein <em>reiner Glaubenssatz</em>, keinen Deut besser als jede andere Spekulation. Der hoch strukturierte Charakter des Voynichianischen scheint gen&#252;gend Beleg daf&#252;r zu sein, dass die Annahme, dahinter verberge sich &#8222;richtiger Text&#8220;, zurzeit eher gerechtfertigt zu sein scheint als die gegenteilige Annahme.</p>
<p>Nur eine Aussage kann man auf dem Hintergrund der gesamten bisherigen Forschung am &#8222;verdammten Manuskript&#8220; mit gro&#223;er Sicherheit machen: Die Besch&#228;ftigung damit verspricht keinen leichten, vielleicht sogar gar keinen Erfolg, ist aber daf&#252;r mit einer besonders gro&#223;en Gefahr des &#8222;Verrennens&#8220; und der massiven Selbstt&#228;uschung verbunden. Wer m&#246;chte sich schon gern freiwillig auf derartig schl&#252;pfrigen Boden begeben, ohne zu wissen, ob es &#252;berhaupt ein erreichbares Ziel am Ende des eingeschlagenen Weges gibt? Kein Wunder, dass sich die etablierte Wissenschaft offizell eher wenig an diesem Thema abarbeitet, zumal kaum neue Ergebnisse erzielbar und in einer Ver&#246;ffentlichung darlegbar scheinen. Angesichts der Vermutung, dass der Inhalt dieses Buches wohl nicht besonders spektakul&#228;r sein wird &#8212; vielleicht ist es das Notizbuch eines fr&#252;hneuzeitlichen Wissenschaftlers, der seine Forschung und ihre Ergebnisse vor der Inquisition verbergen musste; vielleicht ist es aber auch ein schlichter &#8222;Esoterik-Schinken&#8220; &#8212; m&#252;sste ein heutiger Wissenschaftler schon recht verr&#252;ckt sein, um an solcher Aussichtslosigkeit seine Zeit und seine Ressourcen zu vergeuden, statt auf ergiebigerem Gebiet an seiner Karriere zu arbeiten.</p>
<p><strong>Der &#252;berraschende Klartext</strong></p>
<p>In dieser Situation &#252;berrascht es den noch Unkundigen ein wenig, dass sich auch klar lesbarer Text in lateinschen Lettern im Manuskripte findet. Es handelt sich um die Monatsnamen, die in den Tierkreis eingetragen wurden.</p>
<p>Die etwas dunklere Tintenfarbe der Monatsnamen verr&#228;t, dass es sich m&#246;glicherweise nicht um einen Text des urspr&#252;nglichen Autors, sondern um eine nachtr&#228;gliche Hinzuf&#252;gung eines sp&#228;teren Besitzers handelt. Warum diese Hinzuf&#252;gung gemacht wurde, bleibt jedoch <em>r&#228;tselhaft</em>, denn die Piktogramme der Tierkreiszeichen sprechen f&#252;r sich selbst und sind trotz einiger grafischer Seltsamkeiten bis heute verst&#228;ndlich. Ferner ist die Zuordnung der Tierkreiszeichen zu den Monaten des gregorianischen Kalenders insofern <em>falsch</em>, als dass sich diese beiden Systeme nicht gut decken. Jeweils ein gutes Drittel des Monates, der hier zu einem Tierkreiszeichen zugeordnet wird, f&#228;llt in den vorhergehenden Monat.</p>
<p>Auch dieser scheinbar unmittelbar verst&#228;ndliche Text versteht sich also nicht ohne eine Deutung, und mangels einer tieferen Einsicht in Text und Zweck des Voynich-Manuskriptes muss eine solche Deutung spekulativ bleiben.</p>
<p><strong>Eine Spekulation zu den Monatsnamen</strong></p>
<p><em>Wenn</em> diese Monatsnamen nicht ein Bestandteil des vom Autor geplanten Entwurfes sind, sondern von einem sp&#228;teren Besitzer hinzugef&#252;gt wurden, <em>denn m&#252;ssen</em> sie die Auffassung dieses sp&#228;teren Besitzers vom Zweck dieser Diagramme widerspiegeln. Es ist m&#246;glich, dass sich dieser hypothetische sp&#228;tere Besitzer dabei get&#228;uscht hat. Aber dieser hier als <em>zus&#228;tzliche Annahme</em> eingef&#252;hrte sp&#228;tere Besitzer hat uns gegen&#252;ber einen Vorteil, er war n&#228;mlich zeitlich (und vielleicht auch &#246;rtlich) n&#228;her an der Entstehung des Manuskriptes. Vielleicht &#8212; um die Spekulation noch ein wenig gewagter zu machen &#8212; hat er den Autor sogar gekannt.</p>
<p>Seine Annahmen, so falsch sie sein m&#246;gen, verdienen also unsere Beachtung.</p>
<p>In den nachtr&#228;glich hinzugef&#252;gten Monatsnamen zeigt sich, dass dieser hypothetische, sp&#228;tere Besitzer den Tierkreis nicht in erster Linie als Tierkreis verstanden hat. Vielmehr scheint er ihn f&#252;r eine Art &#8222;Kalender&#8220; gehalten zu haben, und die Tierkreiszeichen als eine Tarnung des wirklichen Inhaltes verstanden zu haben. Dies w&#252;rde auch erkl&#228;ren, warum dieser Tierkreis selbst f&#252;r Kenner der mittelalterlichen Astrologie einfach keinen Sinn ergibt; <em>es handelt sich hier nicht um Astrologie, sondern um etwas v&#246;llig anderes</em>.</p>
<p>Wenn dies stimmen sollte &#8212; es ist hier nur <em>sehr d&#252;nn belegt</em> &#8212; denn ist es das erste Anzeichen f&#252;r eine <em>optische Kryptografie</em> in einzelnen Elementen der Illustrationen. Die Piktogramme der Tierkreiszeichen stellen kein astrologisches Konzept dar, sondern ein kalendarisches. Die Annahme einer solchen &#8222;optischen Kryptografie&#8220; gef&#228;llt mir allein deshalb, weil sie den fremdartigen Charakter so vieler Illustrationen gut erkl&#228;ren kann.</p>
<p><strong>Weniger Spekulatives zu den Monatsnamen</strong></p>
<p>Eines k&#246;nnten uns die Monatsnamen in jedem Fall verraten, und das ist, in welcher Sprache sie geschrieben wurden. Auf diese Weise k&#246;nnte ein kleiner Hinweis gewonnen werden, in welchem Sprachraum der Mensch lebte, der die Monatsnamen in dieses Manuskript eintrug.</p>
<p>Leider erweist sich das nicht als so eindeutig, wie es w&#252;nschenswert w&#228;re. Sicher ist nur, dass sich dieser Mensch des lateinischen Alphabetes bedient hat, die Sprache der Monatsnamen hingegen bleibt dunkel. Das liegt zum Teil daran, dass die lateinischen Namen der Monate nur wenig ver&#228;ndert in alle europ&#228;ischen Sprachen &#252;bernommen wurden, es liegt zum anderen Teil aber auch daran, dass die Orthografie der in Europa lebendigen Sprachen zum Zeitpunkt des Eintrages nicht normiert und damit willk&#252;rlich war. Einige Hinweise gibt die folgende Betrachtung der Monatsnamen im Manuskript vielleicht dennoch &#8212; leider f&#252;hren sie nicht zu eindeutigen, &#8222;harten&#8220; Ergebnissen.</p>
<p><strong>M&#228;rz</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/01-mars.jpg" alt="mars" /></p>
<p>Dies ist ein sehr klar lesbares Wort, &#8222;mars&#8220;.</p>
<p>Beachtenswert ist hier die etwas ungew&#246;hnliche Schreibweise des einleitenden Buchstaben &#8222;m&#8220;, die wir in gleicher Weise beim Monatsnamen f&#252;r Mai wiederfinden werden. Die Schrift ist ansonsten eine ganz gew&#246;hnliche Kursive, zwar etwas fl&#252;chtig geschrieben, aber gut lesbar.</p>
<p>In beinahe jedem Sprachraum k&#246;nnte der M&#228;rz so geschrieben worden sein. &#220;ber die Sprache erhalten wir also keinen Aufschluss.</p>
<p><strong>April</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/02-aberil.jpg" alt="aberil" /></p>
<p>Auch dieses Wort ist sehr gut lesbar: &#8222;aberil&#8220;.</p>
<p>Die Form des &#8222;r&#8220; und des &#8222;a&#8220; kennen wir bereits vom M&#228;rz. Neue Buchstaben sind das &#8222;e&#8220;, das &#8222;b&#8220;, das &#8222;i&#8220; und das &#8222;l&#8220;. Die drei letzteren k&#246;nnten durchaus f&#252;r Zeichen aus einer heutigen Kurrentschrift gehalten werden, das &#8222;e&#8220; &#252;berrascht jedoch mit einer etwas eigenen Form. Es wird in zwei Strichen geschrieben, der erste ist ein flacher Bogen, der zweite sieht f&#252;r ein unge&#252;btes Auge fast wie ein diakritisches Zeichen &#252;ber diesem Bogen aus, formt aber den oberen Bogen einer Minuskel &#8222;e&#8220;. Ungew&#246;hnlich ist weniger diese Schreibtechnik, sondern mehr dieser Schlenker des oberen Bogens nach oben. Allerdings werden wir dieses &#8222;e&#8220; noch in anderen Monatsnamen in gleicher Form sehen, so dass es sich hier eher um eine Eigenart der Handschrift als um ein bedeutungstragendes Element handeln wird.</p>
<p>Den &#8222;Aberil&#8220; haben wir noch ein zweites Mal:</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/03-aberil2.jpg" alt="aberil (zweite Version)" /></p>
<p>Abgesehen davon, dass hier die Form des &#8222;e&#8220; weniger klar ist und dass der Punkt &#252;ber dem &#8222;i&#8220; fehlt, ist hier nichts Neues zu entdecken.</p>
<p>Interessant an dieser Schreibweise ist die Aufweichung des &#8222;p&#8220; zu einem &#8222;b&#8220; und das zwischen &#8222;b&#8220; und &#8222;r&#8220; eingef&#252;gte &#8222;e&#8220;. Dies deutet darauf hin, dass es sich um eine Sprache handelt, die zumindest in einigen damals gesprochenen Dialekten Plosive vor anderen Konsonanten aufzuweichen trachtete. Allerdings wird dieser Hypothese von der Endung &#8222;-bre&#8220; der vier letzten Monate im Jahreslauf widersprochen, die weiter unten erl&#228;utert wird.</p>
<p><strong>Mai</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/04-may.jpg" alt="may" /></p>
<p>Der hier neu aufscheinende Buchstabe ist das &#8222;y&#8220;. Das Wort ist v&#246;llig klar lesbar, allein das diakritische Zeichen &#252;ber dem &#8222;y&#8220;, das ein &#8222;ŷ&#8220; formt, l&#228;sst ein wenig stutzen. Ob dieses Zeichen Bedeutung tr&#228;gt, ist fraglich, denn in der zweiten Version des &#8222;maŷ&#8220;&#8230;</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/05-may2.jpg" alt="may (zweite Version)" /></p>
<p>&#8230;erscheint das &#8222;y&#8220; ohne dieses Zeichen.</p>
<p>Der einzige Hinweis, den wir aus dieser Schreibweise auf die Sprache erhalten, ist der Hinweis darauf, dass das &#8222;y&#8220; offenbar zur Notation eines konsonantischen &#8222;i&#8220; verwendet wurde. Das ist nicht so ungew&#246;hnlich.</p>
<p>F&#252;r die Lesung des n&#228;chsten Monatsnamens bitte im Kopf behalten, dass das &#8222;y&#8220; in &#8222;May&#8220; unten einen Strich in Schreibrichtung aufweist, der zwar im ersten Beispiel nur als schwache Linie sichtbar ist, aber doch sicher ausgef&#252;hrt wurde&#8230;</p>
<p><strong>Juni</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/06-yony.jpg" alt="yony" /></p>
<p>&#8230;denn das &#8222;y&#8220; in diesem &#8222;yony&#8220; ist sehr anders geformt. Es mag etwas bedeuten oder auch nicht, aber es ist so. Zusammen mit dem seltsamen Strich &#252;ber dem auslautenden &#8222;y&#8220;, der eine g&#228;ngige Abk&#252;rzung f&#252;r ein &#8222;m&#8220; nach einem Vokal war, entsteht aus dem Schriftbild heraus ein sehr seltsamer Eindruck von diesem Monatsnamen. Dass der Strich eine Abk&#252;rzung f&#252;r die Endung &#8222;-um&#8220; sein soll, kann eher ausgeschlossen werden, daf&#252;r w&#228;re ein Zeichen &#228;hnlich einer &#8222;9&#8243; verwendet worden.</p>
<p>Eine m&#246;gliche Interpretation ist, dass die hier verwendete Endung &#8222;-y&#8220; f&#252;r die Zeichenfolge &#8222;ij&#8220; stehen k&#246;nnte. Ein konsonantisches &#8222;i&#8220; nach einem &#8222;n&#8220; ist eher unwahrscheinlich, es sei denn, <em>dieses &#8222;n&#8220; w&#228;re selbst stimmlos und formte den Vokal &#8222;o&#8220; zu einen Nasal um, wie dies im modernen Franz&#246;sisch der Fall ist</em>.</p>
<p>Eine andere m&#246;gliche Interpretation, gest&#252;tzt von der weiter unten gezeigten Schreibweise des Monates &#8222;August&#8220; ist, dass es sich um ein &#8222;g&#8220; handelt und dass der Monatsname folglich &#8222;yong&#8220; oder gar &#8222;gong&#8220; lautet. Wenn ein anlautendes &#8222;g&#8220; aufgeweicht wird, kann es durchaus an die Stelle eines lateinischen &#8222;j&#8220; treten, aber <em>in modernen romanischen Sprachen wird niemals ein &#8222;g&#8220; vor einem &#8222;o&#8220; aufgeweicht, ohne dass dies durch ein eingeschobenes, stummes &#8222;e&#8220; markiert w&#252;rde</em>. Wir d&#252;rfen aber niemals vergessen, dass die Orthografie zu jener Zeit noch nicht normiert war und dass die Menschen ihre Muttersprache so schrieben, wie sie es f&#252;r richtig hielten.</p>
<p>Sicher scheint nur, dass der Vokal &#8222;u&#8220; aus dem Monatsnamen zu einem &#8222;o&#8220; geworden ist. Dies scheint auf eine Eigenart der Sprache hinzudeuten und ist auch im Zusammenhang mit dem Folgenden interessant.</p>
<p><strong>Juli</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/99-juli.jpg" alt="jolliz" /></p>
<p>Leider habe ich hiervon kein gutes Bild vorliegen, und in diese schlechte Aufl&#246;sung m&#246;chte ich nicht zu viel hineininterpretieren. Aber deutlich ist, dass der Vokal &#8222;u&#8220; auch hier zu einem &#8222;o&#8220; geworden ist.</p>
<p>In diesem alten Scan lese ich &#8222;jolliz&#8220;, vielleicht auch &#8222;iolliz&#8220;. In keinem Fall handelt es sich beim Anfangsbuchstaben um ein &#8222;y&#8220;, und vermutlich wurde hier auch kein konsonantisches &#8222;i&#8220; notiert, sondern ein anderer Laut.</p>
<p><strong>August</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/07-augst.jpg" alt="augst" /></p>
<p>Das ist ein sehr klarer Name: &#8222;augst&#8220;.</p>
<p>Interessant ist hier, dass das &#8222;u&#8220; nicht zu einem &#8222;o&#8220; geworden ist, sondern v&#246;llig verschwunden ist. Ob es sich um eine sprachliche Eigenart, eine g&#228;ngige Abk&#252;rzung oder einen Verschreiber handelt, wissen wir nicht. Angesichts des eingef&#252;gten &#8222;e&#8220; beim &#8222;aberil&#8220;, das auf eine Tendenz zum Aufbrechen von geh&#228;uften Konsonanten hindeutet, halte ich es eher f&#252;r unwahrscheinlich, dass das &#8222;-gst&#8220; so gesprochen wurde. Das gilt noch mehr f&#252;r die Endungen der letzten Monate.</p>
<p><strong>September</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/08-sepembr.jpg" alt="sepembr" /></p>
<p>Dies ist einer der schwer lesbaren Monatsnamen. Das &#8222;s&#8220; am Anfang ist noch deutlich, das darauf folgende &#8222;e&#8220; stark verschmiert und eher aus dem Kontext der anderen Monatsnamen heraus als solches lesbar. Das &#8222;p&#8220; ist deutlich, ein eventuell folgendes &#8222;t&#8220; aber unkenntlich. Das &#8222;e&#8220; ist zu einer flachen Linie mit einem kleinen Haken dar&#252;ber geworden, das &#8222;m&#8220; einfach durch einen Strich &#252;ber dem Vokal notiert. Die Endung scheint zu einem &#8222;b&#8220; mit einem hochgestellten &#8222;r&#8220; geworden zu sein.</p>
<p>Wenn dies der einzige Monatsname w&#228;re, denn w&#252;rde ich es f&#252;r reine Spekulation halten, dass es sich hier um einen Monatsnamen handelt. Nur aus dem Kontext des Tierkreises wird deutlich, dass hier wohl &#8222;September&#8220; stehen soll. Angesichts der schwierigen Lesbarkeit m&#246;chte ich keine Spekulationen dar&#252;ber er&#246;ffnen, ob hier ein &#8222;t&#8220; ausgefallen ist.</p>
<p><strong>Oktember</strong></p>
<p>Der kleine Scherz sei mir geg&#246;nnt, denn dieser Monat hei&#223;t hier tats&#228;chlich&#8230;</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/09-octembre.jpg" alt="octembre" /></p>
<p>&#8230;&#8220;octembre&#8220;, und <em>das</em> ist gut lesbar. Unklar ist einzig die Endung. Da hier das &#8222;r&#8220; und das &#8222;e&#8220; zusammenflie&#223;en, sind durchaus auch andere Lesarten wie &#8222;octembie&#8220; m&#246;glich. Dass das &#8222;o&#8220; zum einem &#8222;em&#8220; geworden ist, steht hingegen fest.</p>
<p>Welche Sprache der Schreiber dieses Wortes auch immer sprach, er schien den &#8222;Oktober&#8220; einen &#8222;Oktember&#8220; zu nennen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit entstand dieser &#8222;Fehler&#8220; in Analogie zu den Bezeichnungen &#8222;Sept<em>em</em>ber&#8220;, &#8222;Nov<em>em</em>ber&#8220; und &#8222;Dez<em>em</em>ber&#8220; in einem sprachlichen Umfeld, dass sich des lateinischen Wortes f&#252;r &#8222;acht&#8220; nicht mehr bewusst war. Leider werden durch diese Beobachtung keine Sprachen ausgeschlossen. Vielleicht kann man aber wenigstens ausschlie&#223;en, dass der Schreiber dieses Wortes gut Latein konnte, denn in diesem Fall h&#228;tte ihm seine Schreibweise doch ein bisschen weh getan.</p>
<p><strong>November</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/10-novembre.jpg" alt="novembre" /></p>
<p>Hierzu gibt es wenig Neues zu sagen, der Text ist klar lesbar und vielleicht bis auf die Endung eindeutig.</p>
<p><strong>Dezember</strong></p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/09/11-decebre.jpg" alt="decebre" /></p>
<p>Ein bisschen schwierig ist es schon zu lesen, aber nicht so schwierig wie der September. Das mit dem ersten &#8222;e&#8220; zusammenflie&#223;ende &#8222;d&#8220; ist aus dem Kontext klarer als auf dem Pergament.</p>
<p>Die einzige Auff&#228;lligkeit dieses Monatsnamens ist es, dass hier das &#8222;m&#8220; weggefallen ist. Der Oktember hat ein &#8222;m&#8220; bekommen, dass dem &#8222;Dezeber&#8220; fehlt. Es kann aber auch einfach nur bedeuten, dass hier beim fl&#252;chtigen Schreiben der Strich &#252;ber dem &#8222;e&#8220; vergessen wurde.</p>
<p><strong>Zusammenstellung</strong></p>
<p>Wer wirklich m&#246;chte, kann gern aus diesen Monatsnamen auf die Sprache zu schlie&#223;en versuchen &#8212; ich kann es nicht.</p>
<ul>
<li>mars</li>
<li>aberil</li>
<li>may, maŷ</li>
<li>yony, yong, yonij (?)</li>
<li>jolliz (?)</li>
<li>augst</li>
<li>sepembr, septembr (?)</li>
<li>octembre</li>
<li>novembre</li>
<li>decebre</li>
</ul>
<p>Interessant sind der Mai, der Juni, der Juli und der Oktember, wenn die Sprache identifiziert werden soll. Hierf&#252;r sollten allerdings sprachliche Belege aus dem 14., 15. oder sp&#228;testens 16. Jahrhundert gefunden werden &#8212; vielleicht l&#228;sst sich ja doch der geographische Bereich, in dem dieses &#8222;verdammte Manuskript&#8220; lagerte (und vielleicht sogar entstand) ein wenig eingrenzen, und vielleicht l&#228;sst sich damit sogar eine zutreffende Annahme &#252;ber die Sprache des Autors machen.</p>
<p>Diese k&#246;nnte n&#228;mlich ein wichtiger, erster Schritt auf dem Weg zu einer Entzifferung sein.</p>
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