Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kommunikation'

Geheimnis oder Geschwafel?

Freitag, 18. April 2008 6:33

Die von mir sehr geschätzte Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften befasst sich in ihrem Blog mit einem geplanten Vortrag zum Voynich-Manuskript. Auf der kommenden GWUP-Konferenz wird der Informatiker Klaus Schmeh verschiedene Theorien beleuchten und beabsichtigt dabei auch, etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

Nun gut, das beabsichtige ich ja auch. Allerdings halte ich es nicht für die wahrscheinlichste Lösung, dass es sich beim Inhalt dieses Buches um bedeutungslosen Unfug handelt, sondern ich will dieses Buch eines Tages lesen. Aber zumindest das eine habe ich mit Herr Schmeh gemeinsam: „Völlig sicher bin ich mir da aber nicht“. ;-)

In einer anderen Sache hingegen bin ich mir sehr sicher. Im Gegensatz zu Herrn Schmeh halte ich die Untersuchungen von Gordon Rugg nicht für schlüssig. (Aber durchaus für interessant und ausbaufähig.) Bei aller optischer Ähnlichkeit der von Rugg erzeugten „Texte“ ist es Rugg in seinem vorgelegten Textmaterial nicht gelungen, die recht deutlichen Verteilungen der Wortlängen innerhalb der Zeilen und die in für tiefere Zeilen abnehmenden Gallow-Häufigkeiten innerhalb der Seiten zu reproduzieren. Diese Strukturen erwecken im richtigen Manuskript den starken Eindruck, dass es sich sowohl bei den Zeilen als auch bei den Seiten um Informationeinheiten handele.

Auch gelingt es Ruggs „Pseudo-Voynichianisch“ nicht, die besonders auffällige Anhäufung von Glyphen wie m in den letzten Wörtern der Zeilen zu reproduzieren. Vielmehr wirken die Glyphen über die Zeile gleichmäßig verteilt, was im deutlichen Kontrast zum Text des Manuskriptes steht.

Leider hat Gordon Rugg zwar nach eigener Publikation ein Computerprogramm für seine Methode erstellt, es aber weder für nötig erachtet, mit Hilfe dieses Programmes eine ausreichend große Menge Nonsens-Text (sagen wir einmal: um dreißig Seiten herum) zu generieren und für Vergleiche zur Verfügung zu stellen, noch hielt er es für eine gute Idee, sein Programm und die verwendeten Eingabedaten öffentlich zugänglich zu machen. Angesichts der etwas kryptischen Arbeitsmethoden und der Tatsache, dass aufgrund einer eher oberflächlichen Ähnlichkeit des Ergebnisses ein weit reichender Schluss postuliert wurde, ist dieser ganze Ansatz mit einem Makel behaftet, der ebenso arg ist wie die Leistungen einiger wirrköpfiger „Entzifferer“. Und das ist schade, denn es fügt der ernsthaften Auseinandersetzung mit dem „verdammten Manuskript“ anhaltend Schaden zu.

Gerade bei Menschen, die Skeptiker sind, sollte bei einer solchen wissenschaftlichen Arbeitsweise jede Alarmlampe angehen, wenn auch die „Ergebnisse“ solchen Arbeitens im Scientific American publiziert wurden.

Natürlich kann der Vortrag dennoch interessant sein. Wer sich in der Zeit zwischen dem 1. und 3. Mai in Darmstadt aufhält, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Der GWUP wäre (wohl nicht nur) ich sehr zu Dank verpflichtet, wenn Inhalte dieses Vortrages und ergänzende Materialien – ein Kryptografie-Experte und Informatiker wird sich gewiss sehr gründlich mit dem Manuskript und einigen „Lösungen“ auseinandersetzen, da bin ich mir ganz sicher – frei im Internet verfügbar gemacht würden, damit ich zusammen mit den ganzen anderen Voynichologen auch etwas davon habe.

[via Voynich News]

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Stille in der Mailingliste

Dienstag, 1. April 2008 3:18

Zur Information: Momentan scheint die internationale Voynich-Mailingliste nicht mehr zu funktionieren. Seit der letzten Mail von Berj N. Ensanian vom Samstag, den 28. März von 2:11 Uhr MEZ kommt keine Mail mehr an. Diese Unterbrechung trat inmitten recht interessanter Diskussionen auf. Die Domains voynich.ms und voynich.net sind zurzeit nicht mehr erreichbar. Jemand sollte sich um diese Angelegenheit kümmern.

Am 1. April um 20:55 Uhr schrieb Dana: Das Problem ist gelöst. Es handelte sich um einen vorübergehenden Effekt, da die Nameserver noch auf die alten Server verwiesen, so dass die Namensauflösung nicht funktionierte. Ab sofort kann die Liste wieder benutzt werden.

Mailing list silence

It seems that the international Voynich Mailing List does not work anymore. Since 3/28, 2:11 AM CET, the timestamp of the last mail written by Berj N. Ensanian, there is no mail. This occured as an interruption in very interesting discussions. The internet domains voynich.ms and voynich.net are not available at the moment. Someone should take care for this issue.

At 04/01,  8:55 PM, Dana wrote: The VMs mail interruption problem has been corrected.  It turns out that voynich.net was on Global name servers and needed to be updated to new servers.

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Ein neues Design

Freitag, 18. Januar 2008 1:15

Es ist ja nicht so, dass das alte Design des Voynich-Blogs schlecht gewesen wäre. Es war schlicht und erfüllte seinen Zweck ganz ausgezeichnet. Allerdings empfand ich es als zunehmend nachteilhaft für die hier doch regelmäßig erscheinenden, überlangen Texte, die damit sehr anstrengend zu lesen waren. Das empfand ich als unbefriedigend. Deshalb habe ich mich nach einer neuen Gestaltung für dieses Blog umgeschaut, die für die speziellen Inhalte besser geeignet ist.

Des weiteren wurde mir in den letzten Wochen mehrfach mitgeteilt, dass einige Navigations-Links mit der aktuellen Version des Opera-Browsers nicht funktionieren. Der Grund dafür ist ein seltsamer Fehler im Browser, der gelegentlich auftritt, wenn Elemente rechts oder links fließend formatiert werden, was für diese Links der Fall war. Solche Elemente werden unter Umständen, die ich mit einer mehrstündigen Suche nicht völlig verstanden habe, vom vorhergehenden Element überdeckt, so dass Links nicht mehr zugänglich sind. Da ich persönlich Opera für einen hervorragenden Browser halte, den ich keineswegs von der Benutzung dieses Blogs ausschließen möchte, hätte ich sowieso eine Bearbeitung des alten Designs vornehmen müssen – und das hat mich letztlich dazu motivert, die Gestaltung des Blogs gegen eine andere auszutauschen.

Nach dem Durchschauen einiger WordPress-Themes fiel meine Wahl auf das deutsche Theme „Avenue“, das so gut ist, dass ich es beinahe unverändert übernehmen konnte. Meine einzigen Modifikationen betrafen den Austausch des Bildes im Titelbereich und einige minimale Anpassungen der Formatierung von eingefügten Bildern, damit meine an die vorherige Gestaltung angepassten Bildbearbeitungen hier besser aussehen.

Es kann durchaus sein, dass es hier im Moment noch ein paar Fehler gibt, die mir beim Testen entgangen sind. Diese werden in den nächsten Tagen verschwinden.

Thema: Kommunikation | Kommentare (0) | Autor:

Die Texte von James Hampton

Samstag, 5. Januar 2008 4:42

Eine Seite aus dem Notizbuch von James Hampton. Für eine Anzeige in voller Größe bitte auf dieses Bild klicken

Ich habe bei meinem Text zum visionären Werk eines James Hampton einen wirklich wichtigen Link vergessen. Natürlich sind eingescannte Versionen der Hampton-“Texte“ im Internet verfügbar. Wer Lust dazu verspürt, kann sich ja über eine Transkription Gedanken machen und vielleicht aufschlußreiche Vergleiche mit dem Voynich-Manuskript anstellen – ich werde in absehbarer Zeit wohl nicht dazu kommen.

Das heißt aber nicht, dass es ein unwichtiges Thema wäre. Jedes Dokument, das bei hinreichend großer „Textmenge“ genügend Eigenschaften mit dem Voynich-Manuskript teilt, hilft, unser liebstes Rätsel aus seiner geschichtlichen Isolation herauszuholen und kann somit Licht auf die möglichen Umstände seiner Entstehung werfen. Wenn sich herausstellt, dass Hamptons „Text“ in seinen Eigenschaften stark vom Voynich-Manuskript abweicht, ist allerdings selbst dieses kleine Hoffnung dahin.

Link: Die Hampton-“Texte“ zum freien Download

Thema: Andere Rätsel, Kommunikation | Kommentare (0) | Autor:

Das Ziel der Seitenbeschreibungen

Freitag, 9. November 2007 4:12

In unregelmäßigen Abständen schreibe ich hier längere Texte zu einer einzelnen Seite des Vonyich-Manuskriptes.

Ich beschreibe die Seiten hier nicht, um eine Konkurrenz zu anderen Websites aufzubauen. Meine Beschreibungen versuchen auch nicht, alle Eigenheiten einer bestimmten Seite des Voynich-Manuskriptes vollständig und systematisch zu erfassen, was nach meinem Erachten für eine Einzelperson ohne spezielle Ausbildung auch gar nicht möglich ist.

Es geht mir in jeder meiner Beschreibungen um jeweils eine wichtige Anmerkung zu einer speziellen Eigenschaft des Manuskriptes. Diese Anmerkungen richten sich eher an Neulinge, und weniger an „alte Hasen“. Ein Neuling, der sich bereits aus anderer Quelle eine erste Übersicht über das Manuskript verschafft hat, soll in diesen Texten einen Eindruck von der Besonderheit des Voynich-Manuskriptes bekommen und erkennen, warum jede Arbeit an dieser Materie – auch jede über die rein kryptographische Herausforderung hinaus gehende Arbeit – von so einzigartiger Schwierigkeit und Faszination ist. Was ich dabei voraussetze, ist eine oberflächliche Vertrautheit mit dem Aufbau des Manuskriptes und mit dem Transkriptionsalphabet EVA.

Viele schwierige Themen werden in diesen Texten nur gestreift, aber doch schon so, dass die Schwierigkeiten für einen Leser auch fühlbar werden. Ich scheue dabei auch nicht die Auseinandersetzung mit esoterischen, psychologischen oder künstlerischen Themen, ohne mich auf diesen Themenkreis zu beschränken. (Ich glaube übrigens, dass das Manuskript einen esoterisch orientierten Inhalt hat.) Da sich die Präsentation aller Themen dabei zunächst an so etwas Fassbarem wie einer einzelnen Seite des Manuskriptes festmacht, wird auch abstraktem Stoff seine zunächst abschreckende Schwierigkeit genommen und ein bequemer Einstieg für eine tiefer gehende Beschäftigung gefunden.

Das gilt natürlich auch für mich. ;-) Es ist nicht immer leicht, über etwas zu schreiben, das sich seit langer Zeit jedem Verständnis entzieht.

Wenn diese Texte einen Beitrag dazu leisten, dass Spekulationen und vorschnell veröffentlichte „Ergebnisse“ oder gar „Übersetzungen“ krtisch bewertet werden können, freut mich das. Wenn einigen windigen Geschäftemachern das Geschäft mit der Unwissenheit gründlich versalzen wird, ist meine Freude sogar noch ein bisschen größer. Aber am meisten freut es mich immer noch, wenn sich Menschen für dieses große, ungelöste Rätsel zu interessieren beginnen und ebenfalls mit ihren verfügbaren Mitteln nach einer Lösung suchen – auch wenn ich als „ausgelernter Optimist“ davon ausgehe, dass ein lesbarer Text des Manuskriptes wesentlich uninteressanter als der Weg zur Lesbarkeit sein wird.

Ich habe keine Angst, dass mir der Stoff zum Schreiben ausgeht. Wenn jede Seite einen Text hat, der auf eine einzige einmalige Eigenschaft des Voynich-Manuskriptes eingeht, werden immer noch genügend wichtige Themen übrig sein, die keine Erwähnung gefunden haben. Das „Schlimmste“, was mir passieren kann, ist, dass jemand das Buch einfach liest, bevor ich mit allen Seiten durch bin. Und das fände ich wirklich wünschenswert.

Und ansonsten gilt natürlich: kooiin cheo pchor otaiin o dain chor dair shty (f2v.P.1) ;-)

Thema: Kommunikation, Seiten | Kommentare (3) | Autor: