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	<title>Das Voynich-Blog &#187; Elias Schwerdtfeger</title>
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	<description>Begegnungen mit dem Voynich-Manuskript</description>
	<lastBuildDate>Tue, 05 Jul 2011 13:23:44 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Hochauflösende Bilder vom Manuskript</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 13:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges im Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer hochauflösende Bilder vom Voynich-Manuskript betrachten möchte, aber mit dem Angebot der Beinecke-Bibliothek nicht zufrieden ist, sollte sich einmal den Voynich Manuskript Voyager von Jason Davis anschauen. Besonders erfreulich ist es, dass sich dort Vergrößerungsstufe und Ausschnitt bequem verlinken lassen. Das ist großartig!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hochauflösende Bilder vom Voynich-Manuskript betrachten möchte, aber mit dem Angebot der Beinecke-Bibliothek nicht zufrieden ist, sollte sich einmal den <a href="http://www.jasondavies.com/voynich/">Voynich Manuskript Voyager von Jason Davis</a> anschauen. </p>
<p>Besonders erfreulich ist es, dass sich dort Vergrößerungsstufe und Ausschnitt bequem verlinken lassen. Das ist großartig!</p>
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		<title>Leseempfehlung (englisch)</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 23:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges im Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist besonders interessant, dass selten vorkommende Zeichen vermehrt am Ende der Zeile und häufiger vorkommende Zeichen vermehrt am Zeilenanfang auftreten. Wer sich für das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; interessiert und etwas Englisch kann (und sich nicht an einem trockenen, faktenbasierten Text stört), sollte unbedingt die Arbeit von Sravana Reddy und Kevin Knight &#8222;What We Know About [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es ist besonders interessant, dass selten vorkommende Zeichen  vermehrt am Ende der Zeile und häufiger vorkommende Zeichen vermehrt am Zeilenanfang auftreten.</p></blockquote>
<p>Wer sich für das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; interessiert und etwas Englisch kann (und sich nicht an einem trockenen, faktenbasierten Text stört), sollte <em>unbedingt</em> <a href="http://people.cs.uchicago.edu/~sravana/1_Paper.pdf" title="Link auf ein PDF-Dokument">die Arbeit von Sravana Reddy und Kevin Knight &#8222;What We Know About The Voynich Manuscript&#8220; lesen</a>. Auch ich habe darin einige Beobachtungen gefunden, die mir neu waren.</p>
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		<title>Das McCrone-Gutachten ist online</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 00:47:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ergebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Sonstiges im Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die chemische Analyse der im Voynich-Manuskripte verwendeten Tinte(n) durch das McCrone-Institut (im Auftrag des ORF für die Dokumentation, die 2009 gesendet wurde) ist jetzt veröffentlicht &#8211; und wenn nicht Nick Pelling in seinem Blog darauf hingewiesen hätte, denn hätte ich es gar nicht mitbekommen. Das achtseitige Dokument steht auf der Voynich-Seite der Beinecke-Bibliothek als PDF [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die chemische Analyse der im Voynich-Manuskripte verwendeten Tinte(n) durch das McCrone-Institut (<a href="http://voynich.tamagothi.de/2009/12/03/der-orf-spannt-uns-auf-die-folter/">im Auftrag des ORF</a> für die Dokumentation, die 2009 gesendet wurde) ist jetzt veröffentlicht &#8211; und wenn nicht <a href="http://www.ciphermysteries.com/2011/06/01/voynich-the-mccrone-report-now-online">Nick Pelling in seinem Blog darauf hingewiesen hätte</a>, denn hätte ich es gar nicht mitbekommen. Das achtseitige Dokument steht <a href="http://hdl.handle.net/10079/8cz8wkh">auf der Voynich-Seite der Beinecke-Bibliothek als PDF für interessierte Leser zur Verfügung</a>. Leider hat die Beinecke-Bibliothek eine reine Textversion veröffentlicht, und die im Text erwähnten Abbildungen &#8211; unter anderem eine aus meiner Sicht hochinteressante Ultraviolett-Aufnahme der <a href="http://voynich.freie-literatur.de/index.php?show=page&#038;id=f1r">Seite f1r</a>, die auch einige bislang ungesehene Features offenbart hat &#8211; sind nicht Bestandteil der Veröffentlichung. Das ist schade und ich hoffe sehr, dass diese Bestandteile der Analyse demnächst nachgereicht werden.</p>
<p>Zum Glück ist Englisch viel leichter zu lesen als der Text des &#8222;verdammten Manuskriptes&#8220;, aber für jene, die nur eine kurze Zusammenfassung ohne die &#8222;blutigen Details&#8220; haben möchten, seien hier sehr kurz einige Punkte aufgeführt:</p>
<p><strong>Tinte</strong> &#8211; Für den Text und den Umriss der Illustrationen wurde mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die gleiche Tinte verwendet.</p>
<p><strong>Seitennummerierung</strong> &#8211; Wer sich schon etwas eingehender mit den hochauflösenden Bildern des Manuskriptes beschäftigt hat, wird nicht überrascht sein, dass bei der Nummerierung der Seiten eine andere Tinte verwendet wurde.</p>
<p><strong>Die Nummerierung der Buchbündel</strong>, die schließlich zum Codex gebunden wurden, ist in einer dritten Tinte ausgeführt.</p>
<p><strong>Das lateinische Alphabet</strong> auf <a href="http://voynich.freie-literatur.de/index.php?show=page&#038;id=f1r" title="Im VIB betrachten">Seite f1r</a> wurde mit einer vierten Tinte geschrieben.</p>
<p>Darüber hinaus wurde auch die Zusammensetzung der Farben untersucht.</p>
<p><strong>Kurze Interpretation</strong></p>
<p>Ich bin nicht besonders überrascht. Dass die Nummerierung der Seiten mit einer anderen Tinte als der &#8222;Text&#8220; des Manuskriptes geschrieben wurde, zeigte sich bereits in der deutlich anderen Farbe &#8211; für mich sah die Seitennummerierung immer nach einer späteren Hinzufügung aus. Für diese Annahme gibt es jetzt auch ein hartes Indiz. Das bedeutet unter anderem, dass die heute vorliegende Reihenfolge der Seiten <em>nicht unbedingt den Absichten des Autors oder der Autoren entsprechen muss</em>. Schlussfolgerungen aus der Reihenfolge der Seite stehen also auf schwachen Füßen.</p>
<p>Die <a href="http://hurontaria.baf.cz/CVM/a33.htm">Beobachtung von J. B. Hurych, dass die Form der Ziffern Ähnlichkeiten zur Handschrift der Glyphen im &#8222;Text&#8220; des Manuskriptes aufweist</a>, scheint auf diesem Hintergrund nicht mehr ein so sicheres Indiz dafür zu sein, dass diese Nummerierung vom Autor vorgenommen wurde. Allerdings spricht nichts dagegen, dass sie dennoch viele Jahre später vom Autor hinzugefügt wurde, vielleicht auch, weil das Buch gebunden oder neu gebunden werden sollte.</p>
<p>Dass die einzelnen Buchbündel von den Buchbindern nummeriert wurden, überrascht nicht. Es handelt sich um eine eher &#8222;technische&#8220; Angabe. Und das stark verblichene, ausradierte lateinische Alphabet auf der ersten Seite machte schon immer den starken Eindruck, ein Überbleibsel eines früheren Entzifferungsversuchs zu sein und nicht vom Autor zu stammen. Dies deckt sich auch mit den <a href="http://www.dcc.unicamp.br/~stolfi/voynich/Notes/034/Note-034.html">Schlüssen Jorge Stolfis aus dem Jahr 1999</a> (hui, 5 Uhr morgens, das klingt nach einer langen Nacht).</p>
<p>Also alles in allem nichts Neues&#8230;</p>
<p>Gestützt wird von dieser Analyse, dass das Voynich-Manuskript eine &#8222;Geschichte&#8220; hat, was der Annahme einer modernen Fälschung (etwa durch Wilfrid Voynich auf der Grundlage alten Pergamentes) widerspricht. Dies war jedoch auch vorher (den meisten Untersuchern) klar.</p>
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		<item>
		<title>Glyphenhäufigkeit pro Seite</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 20:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hacking]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Mail wurde ich mit einer sehr einfachen Frage konfrontiert: Wie sieht es mit einer Betrachtung der Glyphenhäufigkeit für die einzelnen Seiten des Manuskriptes aus? Es sind manchmal die einfachen Fragen, die sich zwar relativ leicht beantworten lassen, an die ich selbst aber noch nie gedacht habe. Das habe ich für alle Freunde der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Mail wurde ich mit einer sehr einfachen Frage konfrontiert: Wie sieht es mit einer Betrachtung der Glyphenhäufigkeit für die einzelnen Seiten des Manuskriptes aus?</p>
<p>Es sind manchmal die einfachen Fragen, die sich zwar relativ leicht beantworten lassen, an die ich selbst aber noch nie gedacht habe. Das habe ich für alle Freunde der nummerischen Auswertung gern nachgeholt. Die <a href="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2011/05/glyphcount.zip" title="Download-Link, ZIP-Archiv, 16,3 KiB">Ergebnisse dieser Auswertung und das dafür verwendete Skript stelle ich hier zum freien Download zur Verfügung</a>, damit sich niemand noch einmal diese Mühe machen muss.</p>
<p>Das ZIP-Archiv enthält zwei Dateien.</p>
<ol>
<li><code>gcount.pl</code> ist das Perl-Skript, mit dem ich die Ergebnisse erhalten habe, und</li>
<li><code>gcount.txt</code> ist das Ergebnis der Zählung für die vollständige Transkription von Takeshi Takahashi in der von Jorge Stolfi normalisierten Form</li>
<p>. </ol>
<p>Das Ergebnis ist eine einfache Textdatei. Die Zeilenenden sind nach Unix-Konvention markiert. Jede Zeile enthält drei durch Tabulatorzeichen getrennte Felder, nämlich</p>
<ol>
<li>die F-Nummer der Seite,</li>
<li>die gezählte Glyphe und</li>
<li>die Häufigkeit dieser Glyphe auf der Seite.</li>
</ol>
<p>Leerzeichen erscheinen als Punkte, und unlesbare Glyphen sowie Weirdos als Asterisk. Die Auswertungen für die einzelnen Seiten sind nach Häufigkeit der Glyphen absteigend sortiert. Am Ende erscheint eine Seitenbezeichnung &#8222;total&#8220;, welche die Häufigkeiten für das gesamte Manuskript wiedergibt.</p>
<p>Das Skript sollte sich problemlos auf andere Transkriptionen anwenden lassen, so lange sie aus einem Lokator in spitzen Klammern bestehen, der die mit einem Punkt beendete F-Nummer enthält und von einer beliebigen Menge Leerzeichen (auch Null) vom Text getrennt ist; es entfernt allerdings keine in die Zeile eingebetteten Kommentare in geschweiften Klammern. Das Skript kann aus der Standardeingabe lesen, es ist aber auch möglich, beliebig viele Dateinamen als Parameter zu übergeben. Die Ausgabe sollte sich in jede Tabellenkalkulation importieren lassen und leicht weiterzuverarbeiten sein.</p>
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		<item>
		<title>Warum es hier (momentan) so still ist</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2010/01/11/warum-es-hier-momentan-so-still-ist/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 14:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo ein Ausblick zu schreiben wäre, habe ich zurzeit vor allem einen Rückblick. Ich gestehe offen ein, dass mich das Ergebnis der Datierung des Pergamentes überrascht hat, und dass ich ebenso davon überrascht wurde, dass die Tinte &#8222;nicht lange&#8220; nach der Herstellung des Pergamentes aufgetragen wurde &#8211; wobei ich mir gerade in diesem Punkte ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo ein Ausblick zu schreiben wäre, habe ich zurzeit vor allem einen Rückblick.</p>
<p>Ich gestehe offen ein, dass mich das Ergebnis der Datierung des Pergamentes überrascht hat, und dass ich ebenso davon überrascht wurde, dass die Tinte &#8222;nicht lange&#8220; nach der Herstellung des Pergamentes aufgetragen wurde &#8211; wobei ich mir gerade in diesem Punkte ein wenig mehr Information wünschte. Aber es ist ja keine zerstörungsfreie Messung, und das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; hat jetzt umso deutlicher belegt, dass es zumindest als Artefakt des späten Mittelalters <em>echt</em> ist und darin auch einen erheblichen Wert allein dadurch hat, dass es nicht in die allgemeinen Vorstellungen von diesem Zeitalter passen will &#8211; weder in der angewendeten, noch heute rätselhaften Kryptografie, noch in der seltsamen <em>psychologischen Qualität</em> seiner flüchtigen Illustrationen.</p>
<p>Als ich vor vielen Jahren damit begann, mich ernsthaft mit dem Voynich-Manuskript zu beschäftigen, ging ich zunächst davon aus, dass es <em>echt</em> ist &#8211; also keine moderne, aus geschäftlichen Interesse angefertigte Fälschung ist &#8211; und dass es <em>alt</em> ist, dass es spätestens im sechzehnten Jahrhundert verfasst wurde. Die in diesem verschlüsselten Dokument liegende Aufgabe einer Entschlüsselung hielt ich in der begeisterten Naivität eines Neulinges für eine leichte, und ich erwartete davon auch keinen besonderen Aufschluss über das Mittelalter, also keinen bemerkenswerten Text, der, erst einmal gelesen, wegen seines Inhaltes dazu führt, dass große historische Erkenntnisse in die Geschichtsbücher aufgenommen werden müssten. Nein, ich erwartete &#8211; vor allem wegen der fremdartigen, außerweltlichen Darstellungen &#8211; so etwas wie einen &#8222;Esoterik-Schinken&#8220; des Mittelalters, geschrieben in relativ schwach verschlüsselter Sprache, deren Strukturen noch in den &#8222;Wortformen&#8220; durch den &#8222;Text&#8220; hindurchdringen.</p>
<p>Im Laufe der Jahre wurde ich mir &#8211; mit zunehmenden Wissen über die Tatsächlichkeit des Manuskriptes &#8211; über meine anfänglichen Annahmen immer unsicherer.</p>
<p>Als ein Mensch, der weiß, Computer zu benutzen, stürzte ich mich zunächst in die verfügbaren Transkriptionen, um an ihnen recht gewöhnliche Untersuchungen vorzunehmen. Dabei fand ich heraus, wie <em>seltsam und fremdartig</em> in diesem Manuskript nicht nur die Illustrationen, sondern auch die &#8222;Texte&#8220; sind. Der auffällig europäische Charakter der Illustrationen passte nicht zu einer &#8222;sprachlichen&#8220; Struktur, die sich mit keiner in Europa gesprochenen Sprache in Übereinstimmung bringen lässt. Aus dieser Beobachtung heraus musste ich meine ersten Hypothesen, die über die angenehme Eingeschaft der Überprüfbarkeit verfügten, verwerfen und immer mehr durch nur schwierig überprüfbare Hypothesen ersetzen. Ich versank &#8211; wie so viele vor mir &#8211; in einem schlüpfrigen Sumpf der Spekulation und der zusätzlichen Annahmen. Zusätzliche Daten brachten nicht etwa zusätzliche Klarheit, sondern machten das Rätsel nur größer, unfassbarer, entmutigender. Das scheinbare Alter des Manuskriptes erschien mir im Spiegel des zunehmenden Wissens immer weniger glaubwürdig, und die Möglichkeit einer kunstvollen Fälschung durch einen späteren Betrüger und Geschäftemacher drängte sich immer mehr auf. Auch, wenn ich dies selten explizit erwähnte, lässt sich der gesamte Prozess in diesem Blog verfolgen.</p>
<p>Mit der jetzt <em>endlich</em> vorliegenden, sicheren Datierung des Voynich-Manuskriptes hat dieser Prozess eine weitere Stufe erreicht. Das Manuskript ist <em>wirklich so alt, wie es mir auf dem ersten Blick erschien</em>, und es <em>wirklich so seltsam, wie es dem Betrachter entgegentritt</em>.</p>
<p>Nun, das ist jetzt immerhin eine bekannte Tatsache. Wie jede Tatsache steht sie mit ihrer gebieterischen Existenz vor uns und wir sind damit geplagt, uns einen Reim darauf zu machen.</p>
<p>Und ja, es hätte schlimmer kommen können! Der zweifelsfreie Beleg, dass es sich beim Voynich-Manuskript um eine moderne Fälschung handele, hätte bei mir durchaus eine gewisse <em>Erlösung</em> verursacht, aber er hätte auch bedeutet, dass Jahre der geistigen Auseinandersetzung mit diesem &#8222;verdammten Manuskript&#8220; nichts als vergeudete Energie gewesen wären. Aber so viel steht zumindest fest: Es hat sich in den ganzen Jahren niemand an einem kunstvollen Schwindel abgearbeitet, das Manuskript ist als authentisches Relikt des Mittelalters ein großes und beachtliches Rätsel, das danach schreit, in irgendeiner (hoffentlich nachvollziehbaren) Weise verstanden und interpretiert zu werden.</p>
<p>Insbesondere erhalten alle bislang erkämpften Ergebnisse in diesem Bemühen ihre Gültigkeit. Einige von ihnen sind <em>so seltsam</em>, dass sie eigentlich auch einen Hinweis auf die <em>wirkliche</em> Natur des Manuskriptes geben müssten:</p>
<ul>
<li>Die Pflanzen in den Illustrationen haben keine biologische Existenz. Die Illustrationen sind möglicherweise ebenfalls auf eine schwer verständliche Weise verschlüsselt oder <em>reine Phantasieprodukte</em>. Angesichts des großen Raumes, den die Illustrationen auf teurem Schreibmaterial einnehmen, kann diese Tatsache nicht bedeutungslos sein, sie ist ein wichtiger Teil des Ganzen.</li>
<li>Der &#8222;Text&#8220; ist hochgradig redundant und transportiert pro EVA-Zeichen weniger als zwei Bit Information. Darüber hinaus ist der &#8222;Text&#8220; von aufeinanderfolgenden, identischen &#8222;Wörtern&#8220; geprägt, die so in keiner europäischen Sprache auftreten, während das Schriftsystem seine europäischen Vorbilder nicht verleugnen kann. Es lassen sich auch durch eingehende Betrachtung praktisch keine Wortarten anhand einer Stellung im Wortgefüge identifzieren (oder ich bin doch zumindest gründlich daran gescheitert), wenn man einmal von der artikelhaften &#8222;Wortbestandteilen&#8220; wie <code>qo</code> oder <code>ot</code> absieht. Die Annahme, dass es sich um eine schwach verschlüsselte, europäische Sprache handelt, fällt bei gründlicher Betrachtung in sich zusammen, und nur die <em>Einführung einer zusätzlichen Hypothese</em> von einer nicht-europäischen, ausgestorbenen oder künstlichen Sprache kann diese Annahme &#8222;retten&#8220;.</li>
<li>Die &#8222;Astrologie&#8220; (der Tierkreis) im Manuskript ist für das Mittelalter beispiellos. Besonders beachtenswert ist die völlige Indifferenz gegenüber dem Mond, der &#8211; nach meinen Informationen &#8211; in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Astrologie eine wichtige Rolle spielte.</li>
<li>Die Illustrationen im &#8222;biologischen Teil&#8220; sind für das Mittelalter beispiellos und überdem das Seltsamste, was ich jemals gesehen habe. Die &#8222;kosmologischen&#8220; Illustrationen können beinahe jedes kosmologische Konzept darstellen, sind also kaum interpretierbar und damit als Verbildlichung eines damit transportierten Konzeptes <em>sinnlos</em>.</li>
<li>Es gibt <em>keine deutlichen</em> Anspielungen auf bekannte europäische Kultur, Religion, Esoterik oder Spiritualität des Mittelalters. Die wenigen diesbezüglichen Symbole erwecken durch ihre abweichende Tintenfarbe den Eindruck nachträglicher Hinzufügungen.</li>
</ul>
<p>Auf diesem Hintergrund behält meine (leider letztlich unüberprüfbare) Hypothese, dass es sich beim Voynich-Manuskript um ein Produkt einer psychologischen Rückkopplung handele, ähnlich wie beim automatischen Schreiben, der Glossolalie oder beim kollektiven ideomotorischen Effekt, der die &#8222;Botschaften&#8220; auf einem Ouija-Brett hervorbringt, ihre Gültigkeit &#8211; und sie würde auch erklären, dass bislang jeder Versuch gescheitert ist, diesem &#8222;Texte&#8220; seinen Sinn zu entreißen.</p>
<p>Hier sehe ich noch einen Ansatzpunkt für weitere Untersuchungen, insbesondere würde mich ein Vergleich der Zeichenfolge des Voynich-Manuskriptes mit transkribierter Glossolalie eines <em>überzeugten</em> Praktizierenden sehr interessieren. Leider gibt es nicht genügend frei verfügbares und bequem transkribierbares Material, als dass ich einen solchen Vergleich durchführen könnte. (Wer hier mitliest und als Mitglied einer religiösen Gemeinschaft selbst Glossolalie praktiziert und bereit ist, mir einige längere Aufnahmen zur Verfügung zu stellen, melde sich bitte. Ein einfacher Kommentar zu diesem Artikel genügt, die angegebene Mailadresse wird nach außen nicht sichtbar und ich garantiere auf Wunsch auch eine völlig anonyme Behandlung, wenn ich das Ergebnis eines solchen Vergleiches veröffentliche. Ich selbst kann es nicht tun, da sich die Strukturen des Manuskriptes fest in mein Unterbewusstes eingegraben haben. Alle Vergleiche zwischen einer von mir erzeugten Glossolalie und dem Manuskript wären deshalb wertlos.)</p>
<p>Aber ich weiß natürlich auch, dass <em>das</em> nicht die &#8222;harten Daten&#8220; sind, die von vielen Forschern so gewünscht werden. Indizien dafür, dass jegliche Bemühung fruchtlos sein könnte, gibt es schon genug &#8211; allein durch das Scheitern einer großen, kollektiven Geistesanstrengung vieler, zum Teil hochqualifizierter Forscher am Voynich-Manuskript. Für mich ist dieses Zeichen ein Grund mehr, auf die &#8222;psychologische Karte&#8220; zu setzen, denn solche Untersuchungen wurden bislang eher vernachlässigt, obwohl sie durchaus möglich sind. Wenn der bislang beschrittene Weg sich als Sackgasse erweist, muss ein neuer Weg gesucht werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der ORF spannt uns auf die Folter&#8230;</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/12/03/der-orf-spannt-uns-auf-die-folter/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 20:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der ORF spannt uns alle zurzeit ganz ordentlich auf die Folter: [&#8230;] jetzt bringt ein neuer Untersuchungsansatz Klarheit in das Dickicht von widerstreitenden Theorien und Ideen. Am Verwahrungsort des Voynich-Manuskripts, an der Universität Yale, hat man sich entschlossen, der mysteriösen Handschrift mit materialwissenschaftlichen Methoden zu Leibe zu rücken. [&#8230;] Das Ergebnis dieser Untersuchungen stellt alles, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ORF <a href="http://science.orf.at/stories/1633249/">spannt uns alle zurzeit ganz ordentlich auf die Folter</a>:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] jetzt bringt ein neuer Untersuchungsansatz Klarheit in das Dickicht von widerstreitenden Theorien und Ideen. Am Verwahrungsort des Voynich-Manuskripts, an der Universität Yale, hat man sich entschlossen, der mysteriösen Handschrift mit materialwissenschaftlichen Methoden zu Leibe zu rücken.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Das Ergebnis dieser Untersuchungen stellt alles, was man bisher über das Voynich-Manuskript wusste, auf den Kopf. Jetzt ist sicher: Alle bisherigen Theorien sind falsch. Denn das Buch ist viel älter als gedacht!</p></blockquote>
<p>Ja, wie alt ist es denn nun? Und wie falsch sind die bisherigen Theorien, und wieviel älter als angenommen ist das verdammte Buch? Offenbar wollen die Programmgestalter des ORF, dass ihre <a href="http://voynich.tamagothi.de/2009/11/27/das-voynich-raetsel-im-fernsehen/">Sendung am 10. Dezember</a> auch gesehen wird und &#8222;erheitern&#8220; uns deshalb mit dunklen Andeutungen, als ob wir nicht genug zum Rätseln hätten &#8211; ich kann diese Sendung leider nicht sehen, denke aber, dass bei <em>wirklich</em> neuen und revolutionären Erkenntnissen eine gewaltige Aktivität auf der Mailingliste entstehen wird.</p>
<p>Ansonsten bin ich froh, dass es endlich einmal zu einer Altersbestimmung mit modernen Methoden gekommen ist, und dass das Manuskript wohl wirklich alt (und damit wahrscheinlich keine moderne Fälschung) ist. Oder genauer gesagt: Dass das Pergament des Manuskriptes alt ist. Auch erwarte ich von den Untersuchungen unter ultraviolettem Licht neue Aufschlüsse über die Entstehungsgeschichte des Manuskriptes.</p>
<p>Wer es gar nicht abwarten kann, <a href="http://www.earthtimes.org/articles/show/297590,mysterious-voynich-manuscript-is-genuine-scientists-find.html">werfe einen Blick auf Earth Times</a>:</p>
<blockquote><p>Forscher der Universität zu Arizona haben die Radiokarbon-Methode auf die 246 in Europa geschriebenen Seiten angewendet und herausgefunden, dass das Pergament zwischen 1404 und 1438 hergestellt wurde, wie Walter Koehler [<em>ich vermute &#8222;Köhler&#8220;</em>] mitteilte, ein ORF-Produzent, der die Fernsehdokumentation zum Manuskript überwachte.</p>
<p>Ferner haben Experten des McCrone-Forschungsinstitutes zu Chicago festgestellt, dass die Tinte nicht zu einem späteren Zeitpunkt aufgetragen wurde. Der Text wurde wahrscheinlich in Norditalien geschrieben.</p>
<p>Vor diesen Befunden &#8222;gab es keinen ernsthaften Experten, der es in die vorkolubianischen Zeiten datiert hätte&#8220;, sagte Koehler, sondern eher in ein 16. Jahrhundert, in dem codierte Texte modern waren.</p></blockquote>
<p>Besonders gespannt bin ich allerdings auf die UV-Untersuchungen. Bislang bin ich aufgrund der Erscheinung in den hochauflösenden Fotographien der Yale-Universität davon ausgegangen, dass das Manuskript verblüffend wenig Korrekturen enthält, was angesichts eines unglaublich schwierigen Kodierungsverfahrens etwas überrascht. Sollten jedoch mehrfach fehlerhafte Stellen von Pergament entfernt worden sein, ist es vielleicht gar nicht mehr so überraschend. Mit einem bisschen Glück eröffnen sich vielleicht neue Einsichten in das angewendete Verschlüsselungsverfahren.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Beim östereichischen &#8222;Standard&#8220; gibt es eine <a href="http://derstandard.at/1259281171438/Ein-Schleier-weniger-ueber-dem-Voynich-Manuskript">deutschsprachige Zusammenfassung der neuen Erkenntnisse</a>.</p>
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		<title>Das Voynich-Rätsel im Fernsehen</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 23:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Leser aus Östereich und aus dem süddeutschen Raum ist es vielleicht interesseant: Auf der Homepage des ORF wird eine Dokumentation zum Voynich-Manuskript angekündigt. DAS VOYNICH-RÄTSEL Die geheimnisvollste Handschrift der Welt Es ist die mysteriöseste Handschrift der Welt: Ein Buch, verfasst von einem unbekannten Autor, illustriert mit ebenso skurrilen wie rätselhaften Darstellungen &#8211; und in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für Leser aus Östereich und aus dem süddeutschen Raum ist es vielleicht interesseant: Auf der Homepage des ORF <a href="http://tv.orf.at/program/orf2/20091210/457936401/">wird eine Dokumentation zum Voynich-Manuskript angekündigt</a>.</p>
<blockquote><p>DAS VOYNICH-RÄTSEL<br /> Die geheimnisvollste Handschrift der Welt</p>
<p>Es ist die mysteriöseste Handschrift der Welt: Ein Buch, verfasst von einem unbekannten Autor, illustriert mit ebenso skurrilen wie rätselhaften Darstellungen &#8211; und in einer Sprache geschrieben, die von den besten Kryptographen nicht entschlüsselt werden kann [&#8230;]</p></blockquote>
<p>Die Dokumentation wird am <strong>10. Dezember 2009</strong> um <strong>21:05 Uhr</strong> im Programm von <strong>ORF 2</strong> ausgestrahlt, sie wird am folgenden Tag, den <strong>11. Dezember 2009</strong>, um <strong>09:30 Uhr</strong> wiederholt. Anfang 2010 wird diese Dokumentation auch im Programm von ARTE gesendet werden und damit in ganz Deutschland zu sehen sein &#8211; der Sendetermin ist allerdings zurzeit noch nicht bekannt.</p>
<p><em>Danke für den Hinweis an René Zandbergen.</em></p>
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		<title>Der unmögliche Beweis</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 22:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gebe ja offen zu, dass ich nicht davon überzeugt bin, dass das Voynich-Manuskript eine Botschaft im üblichen Sinne des Wortes transportiert. Das Scheitern aller Bemühungen um den Klartext ließe sich sehr leicht erklären, wenn es diesen Klartext schlicht nicht gäbe. Ob das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; dabei nun ein &#8222;Fake&#8220; eines spätmittelalterlichen Quacksalbers oder vielleicht auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe ja offen zu, dass ich nicht davon überzeugt bin, dass das Voynich-Manuskript eine <em>Botschaft</em> im üblichen Sinne des Wortes transportiert. Das Scheitern aller Bemühungen um den <em>Klartext</em> ließe sich sehr leicht erklären, wenn es diesen Klartext schlicht nicht gäbe. Ob das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; dabei nun ein &#8222;Fake&#8220; eines spätmittelalterlichen Quacksalbers oder vielleicht auch etwas <em>völlig anderes</em> wäre, spielte nur eine untergeordnete Rolle, wenn es nur irgend möglich wäre, die Inhaltslosigkeit der Glyphenfolge nachzuweisen.</p>
<p>Leider &#8211; ich habe wirklich lange darüber nachgedacht, ob es nicht doch auf irgendeine Weise möglich sein könnte &#8211; ist ein solcher Nachweis völlig unmöglich. Im Rahmen eines solchen Nachweises müsste durch Ausschluss aller denkbaren Möglichkeiten überzeugend belegt werden, dass das Voynich-Manuskript <em>keinen möglichen Text</em> in irgendeiner <em>bekannten oder unbekannten Sprache</em> enthält, der mit <em>irgendeinem Verfahren</em> verschlüsselt wurde. Die Anzahl aller möglichen Texte ist zwar nicht unendlich groß, aber deutlich zu groß, um <em>jeden einzelnen ausschließen</em> zu können &#8211; zumal wir nicht einmal die Sprache des möglichen Textes kennen. Man stelle sich einmal vor, es handele sich um einen phonetisch notierten bairischen Dialekt, der wegen des engen Kontaktes des Autors zur lokalen Synagoge mit hebräischem und jiddischem Vokabular angereichert wäre, und der wg. d. Häufigk. gew. Wendgn. bei d. Niedersrft. stark, aber f. d. Autor u. and. Bet. noch verstdl. abgek. worden sei&#8230;</p>
<p>(Der letzte Nebensatz weist gewisse Ähnlichkeiten zu meinem oft schnell gefüllten Notizbuch auf, ist also gar nicht so absurd &#8211; allerdings schließe ich beim Notieren die Abkürzungen nicht mit Punkten ab. Vielleicht sollte ich auch in dieser Form bloggen, um <em>Google Translations</em> einmal eine wirklich harte Nuss zum Knacken zu geben&#8230;)</p>
<p>Es ist <em>leicht</em> nachzuweisen, dass das Manuskript einen Klartext enthält. Man gebe das Verfahren zur Verschlüsselung an, kehre es um und erhalte auf diesem Wege einen konsistenten und einer weiteren Interpretation zugänglichen Text! Zugegeben, &#8222;leicht&#8220; ist angesichts des bisherigen Scheiterns aller derartigen Versuche vielleicht <em>etwas</em> unpassend, aber der Versuch, die Inhaltslosigkeit des Voynich-Manuskriptes nachzuweisen, ist <em>praktsich unmöglich</em>, und im Vergleich dazu erscheint eine Lösung des Rätsels als leicht &#8211; so es eine Lösung gibt.</p>
<p>Dass es Gordon Rugg gelungen ist, mit einem vergleichsweise einfachen Verfahren sinnlosen Text zu erzeugen, der entsprechend niedergeschrieben eine gewisse Ähnlichkeit zur Erscheinung des Voynich-Manuskriptes aufweist, belegt nicht, dass das Voynich-Manuskript nur eine sinnlose Folge von Glyphen enthält, sondern nur, dass es eine sinnlose Folge von Glyphen enthalten <em>könnte</em>. In meinen Augen ist das weder eine neue Erkenntnis gewesen (obwohl sich jeder <em>immer</em> darüber klar sein sollte, dass alle Mühe um den Klartext vergebens sein könnte), noch schafft dieses &#8222;Ergebnis&#8220; genügend tiefe Einsicht, dass es etwas reißerisch als &#8222;Lösung&#8220; im <em>Scientific American</em> präsentiert werden sollte &#8211; zumal ein dort veröffentlichter Artikel für viele naivere Leser (etwa für viele Redakteure in den Wissenschaftsressorts der großen Tageszeitungen und Zeitschriften, und damit folgend auch für die Leser dieser Publikationen) recht unreflektiert zu einer &#8222;Wahrheit&#8220; wird.</p>
<p>Eines aber ist wahr: Das &#8222;verdammte Manuskript&#8220; bietet einem Wissenschaftler nur wenig Aussicht auf Erfolg, warnt ihm zusätzlich durch eine lange Reihe kritischer Köpfe, die sich unvorstellbar in absurde Theorien verrannt haben und verspricht zudem, von eher uninteressantem Inhalt zu sein. Auf diesem Hintergrund ist es gar nicht erstaunlich, dass kaum jemand seine beschränkte Lebenszeit für ein Abenteuer aufs Spiel setzen möchte, das sich als Hemmschuh für die eigene Karriere erweisen könnte. Das Hinwegerklären des Manuskriptes als inhaltlose Zeichenfolge scheint auf diesem Hintergrund sehr attraktiv zu sein.</p>
<p>Und wie schon eingangs gesagt: Ich bin selbst nicht davon überzeugt, dass das Manuskript einen &#8222;Klartext&#8220; im gewöhnlichen Sinne des Wortes transportiert. Ich sehe einfach nur keine Möglichkeiten, die Nichtexistenz eines Klartextes nachzuweisen &#8211; und ich habe <em>wirklich</em> darüber nachgedacht.</p>
<p>Meine Auffassung ist allerdings nicht, dass es sich um einen &#8222;Fake&#8220; gehandelt habe, der in betrügerischer Absicht angefertigt wurde. Für diese Auffassung habe ich ein durchaus <em>vernünftig klingendes</em> Argument, zumindest für mich selbst: Der Aufwand mit dem auffallend konsistenten Schriftsystem und einem erzeugten Text, der auch noch im Computerzeitalter jeden damit beschäftigten Menschen wegen seiner Mischung aus strikter Struktur und überraschender Unregelmäßigkeit verwirren kann; dieser Aufwand war außerordentlich hoch, <em>sehr viel höher als für den Betrug erforderlich</em>. Um jemanden mit einem &#8222;Fake&#8220; zu beeindrucken und ihm anschließend einen Haufen Goldmünzen aus der Tasche zu ziehen, wäre ein &#8222;Gekrakel&#8220; mit wesentlich weniger Struktur &#8211; verbunden mit Aufsehen erregenden, geradezu außerweltlichen Zeichnungen und einer hübschen Lügengeschichte dazu &#8211; völlig hinreichend gewesen. Warum sollte sich ein Betrüger denn unnötige Arbeit machen?</p>
<p>Wer eine gut sortierte Bücherei in seiner Nähe hat, werfe einmal einen Blick in den &#8222;<a href="http://www.abebooks.de/Buecher-Highlight/Codex-Seraphinianus.shtml">Codex Seraphinianus</a>&#8220;, der ein völlig sinnloses Buch (und ein großartiges Kunstwerk) ist. Luigi Serafini hat sich für dieses Werk ein bemerkenswert natürlich aussehendes Schriftsystem ausgedacht&#8230;</p>
<p><img src="http://voynich.tamagothi.de/wp-content/uploads/2009/11/cserafin.jpg" width="450" height="515" alt="Ein kleines Beispiel..." /></p>
<p>&#8230;das den Betrachter schnell überzeugt; er hat sich ferner eine interessante Notation für Zahlen ausgedacht, die stark strukturiert und verständlich ist. Allerdings ist dieses optisch so überzeugende Schriftsystem bei weitem nicht so konsistent wie das Schriftsystem des Voynich-Manuskriptes und zeigt über den Verlauf des Buches hinweg starke Schwankungen im Aufbau der Wörter und in der Häufigkeit der Zeichen, die sich nicht in unserem &#8222;verdammten Manuskript&#8220; finden. Es ist ja gerade das hohe Maß an erkennbarer Struktur im Manuskriptes, das verblüfft.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass das größte Problem bei der Beschäftigung mit dem Voynich-Manuskript darin besteht, dass man sich nicht genügend über seine eigenen Annahmen klar ist, die dann aber der Wahrnehmung des Manuskriptes ihren Stempel aufdrücken.</p>
<p>Zum Beispiel habe ich bei vielen Forschern den Eindruck, dass sie in allen ihren Betrachtungen unbewusst davon ausgingen, bei der Abfassung des Voynich-Manuskriptes hätten Aberglaube, Wahnsinn oder die Benutzung halluzinogener Drogen keine Rolle gespielt. Diese Annahme mag in einem nüchternen, kritischen Weltbild begründet sein, sie wird aber durch die Erscheinung des Manuskriptes als ein unverständliches, singuläres Werk nicht unterstützt. Ganz im Gegenteil wirken zumindest die Illustrationen als rein geistige, fantastische Hervorbringungen ohne starken Bezug zur wirklichen Welt, die sich zwanglos als Ausfluss eines sehr seltsam tickenden Verstandes erklären ließen. Vor allem die Pflanzen werden niemals in dieser Form auf der Erde gewachsen sein, und die Zeichnungen im biologischen Teil zeigen zwar ein beachtliches Maß an künstlerischer Genialität (und wirken verblüffend modern), aber sind dabei so <em>surreal</em>, dass eine Interpretation kaum möglich ist. Wie man bei so wenig &#8222;irdischem Bezug&#8220; noch davon ausgehen kann, dass der Text mehr &#8222;irdischen Bezug&#8220; habe, erscheint mir beinahe so rätselhaft wie das Manuskript selbst.</p>
<p>Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, dass das gesamte Manuskript auch in einem <em>rein psychologischen Prozess</em> entstanden sein könnte, vielleicht vergleichbar zur Glossolalie. Die Strukturen des &#8222;Textes&#8220; könnten vielleicht auch auf diese Weise entstehen, und es ist gar nicht gesagt, dass der Autor sein Schreiben für &#8222;sinnlos&#8220; hielt. Er kann es sogar für eine gewaltige Offenbarung gehalten haben.</p>
<p>Aber wie lässt sich so etwas nur belegen? (Immerhin, es scheint mir nicht völlig aussichtslos. Vermutlich bin ich einfach der völlig falsche Mensch für ein solches Ansinnen.)</p>
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		<title>Das ZDF&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 21:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ZDF&#8230; dieses Zweite Deutsche Fiasko im Fernsehempfänger, es ist immer gut für irgendeinen leicht esoterisch angehauchten Unfug, und eben gerade habe ich in einer Mail gelesen (ich selbst verzichte ja dankend auf die &#8222;Segnungen&#8220; des Fernsehens), dass heute im ZDF ein Krimi mit dem Voynich-Manuskript als Hintergrund für den konstruierten Mordfall ausgestrahlt wurde. Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das ZDF</strong>&#8230; dieses Zweite Deutsche Fiasko im Fernsehempfänger, es ist immer gut für irgendeinen leicht esoterisch angehauchten Unfug, und eben gerade habe ich in einer Mail gelesen (ich selbst verzichte ja dankend auf die &#8222;Segnungen&#8220; des Fernsehens), dass heute im ZDF ein Krimi mit dem Voynich-Manuskript als Hintergrund für den konstruierten Mordfall ausgestrahlt wurde. Nach allem, was ich bis jetzt weiß, handelt es sich inhaltlich um den ZDF-typischen, mit Psychogeklimper und dumpfen Klischees völlig ungenießbar gemachten Schwachsinn &#8211; aber die Ausstrahlung dieser Sendung wird wahrscheinlich dennoch den armen Server hier an den Rand der Belastbarkeit bringen.</p>
<p>Wer nach &#8222;Genuss&#8220; dieser ZDF-Produktion Interesse an einem wirklich schwierigen Rätsel bekommen hat, möge doch bitte die vielen hier gegebenen Links verfolgen und sich einen ersten Eindruck davon machen, welche Ansätze zur Entschlüsselung bislang trotz allen Aufwandes erfolglos blieben. Leider steht der größte Teil des sehr umfangreichen Materiales nur in englischer Sprache zur Verfügung &#8211; aber ist damit immer noch <em>deutlich</em> leichter verständlich als das Voynich-Manuskript. Und wer nach diesem &#8222;bisschen&#8220; Lektüre erst so richtig Interesse bekommen hat: Herzlich Willkommen bei uns, die wir im Dunkel tappen, und die wir mehr als nur einen hochbegabten, soziopathischen Schüler brauchen, um Licht in diese Angelegenheit zu bringen&#8230; <img src='http://voynich.tamagothi.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der Schwachsinn der ZDF-Story wird sich allerdings schon nach flüchtiger Lektüre des Materiales zeigen. Und vielleicht zeigt sich dabei ja so manchem Menschen auch ganz nebenbei, wie viel <em>Schwachsinn einer ganz bestimmten Machart</em> sonst noch jeden Tag in einem ZDF läuft, das übrigens in der BRD auch von allen Menschen ohne Radio und Fernseher durch eine Zwangsgebühr finanziert wird, wenn diese einen Computer besitzen.</p>
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		<title>Qokeedy qokeedy qokedy qokedy qokeedy</title>
		<link>http://voynich.tamagothi.de/2009/10/28/qokeedy-qokeedy-qokedy-qokedy-qokeedy/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 01:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elias Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges im Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Über diesen &#8222;Text&#8220; auf der Seite f75r hat sich wohl jeder schon einmal gewundert, der das Manuskript verstehen wollte. Zu einer Sprache scheint das nicht zu passen. Oder vielleicht doch? Hier die &#8222;Geschichte des Shi der Löwen isst&#8220; von Zhào Yuánrèn in klassischem Chinesisch, nach der heutigen Aussprache in Pinyin transkribiert: &#8222;Sh&#239; Shì shí sh&#239; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über diesen &#8222;Text&#8220; auf der Seite <code>f75r</code> hat sich wohl jeder schon einmal gewundert, der das Manuskript verstehen wollte. Zu einer Sprache scheint <em>das</em> nicht zu passen.</p>
<p>Oder vielleicht doch? Hier die &#8222;Geschichte des Shi der Löwen isst&#8220; von Zhào Yuánrèn in klassischem Chinesisch, nach der heutigen Aussprache in Pinyin transkribiert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Sh&iuml; Shì shí sh&iuml; shǐ&#8220;</p>
<p>Shíshì sh&iuml;shì Sh&iuml; Shì, shì sh&iuml;, shì shí shí sh&iuml;.<br />
Shì shíshí shì shì shì sh&iuml;.<br />
Shí shí, shì shí sh&iuml; shì shì.<br />
Shì shí, shì Sh&iuml; Shì shì shì.<br />
Shì shì shì shí sh&iuml;, shì shǐ shì, shǐ shì shí sh&iuml; shìshì.<br />
Shì shí shì shí sh&iuml; sh&iuml;, shì shíshì.<br />
Shíshì sh&iuml;, Shì shǐ shì shì shíshì.<br />
Shíshì shì, Shì shǐ shì shí shì shí sh&iuml;.<br />
Shí shí, shǐ shí shì shí sh&iuml;, shí shí shí sh&iuml; sh&iuml;.<br />
Shì shì shì shì.</p></blockquote>
<p><em>Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wen-essender_Dichter_in_der_Steinh%C3%B6hle">deutsche Wikipedia</a> | <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lion-Eating_Poet_in_the_Stone_Den">english version</a></em></p>
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